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Stahlhandel

Blankstahl von Klöckner & Co

Klöckner zurück in die Miesen

Hiobsbotschaft von Klöckner & Co

Stand: 10.12.2015, 10:46 Uhr

Die Aktionäre des Stahlhändlers aus dem MDax sind Kummer gewöhnt. Deshalb reagieren sie einigermaßen gefasst auf die Probleme von Klöckner & Co im US-Geschäft - auch wenn der Konzern nun wieder tief ins Rot rutscht.

Für Klöckner & Co läuft es so schlecht im Nordamerika-Geschäft, dass dort der gesamte Firmenwert von rund 270 Millionen Euro abgeschrieben werden muss. Daher wird der Duisburger Konzern 2015 wohl mit einem Verlust von 350 bis 380 Millionen Euro abschließen. Dabei war dem Stahlhändler 2014 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen, mit einem Gewinn von 22 Millionen Euro.

Doch jetzt erklärte KlöCo, das Marktumfeld für Stahl- und Metallprodukte habe sich in den USA schlechter als allgemein erwartet entwickelt. Der Konzern ächzt schon länger unter einem starken Preisverfall infolge von Überkapazitäten im Stahlmarkt und einer schwachen Nachfrage aus China und den USA.

Mit Sparen zurück in die Gewinnzone

Trotz Verlustankündigung: Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bleibt alles beim Alten. Hier erwartet KlöCo für 2015 nach wie vor bis zu 85 Millionen Euro nach 191 Millionen im Vorjahr. Im nächsten Jahr werde es dann zu einem deutlichen Anstieg des Ebitda kommen - und KlöCo peilt unter dem Strich wieder einen Gewinn an. Dabei soll auch - wie schon früher angekündigt - ein Sparprogramm helfen.

"Die Wertberichtigung ist eine klar negative Überraschung und ein Indiz dafür, dass die Lage weiter schwierig bleibt", erklärte Analyst Dirk Schlamp von der DZ Bank in einer ersten Einschätzung. Er bestätigte seine Verkaufsempfehlung.

KlöCo-Aktie fängt sich wieder

Klöckner & Co.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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An der Börse kehrt nach anfänglicher Aufregung die Gelassenheit zurück. Die Aktie startet heute mit einem Minus von vier Prozent in den Tag, hat dies aber inzwischen auf minus 0,9 Prozent reduziert und notiert bei 7,67 Euro. Gestern hatten die Papier den Xetra-Handel bei 7,73 Euro beendet.

Konzernchef Gisbert Rühl hatte Anleger bereits auf Verluste im laufenden Jahr eingestimmt, Besserung sei erst 2016 in Sicht. "Stahl aus China drückt auf die Weltmärkte und damit auf die Preise in Nordamerika und Europa", hatte er geklagt. In den ersten neun Monaten 2015 wies der Konzern einen Verlust von 85 Millionen Euro aus. Rühl reagierte mit einem nochmals verschärften Sparprogramm. Der Konzern will 17 der 220 Standorte schließen und rund 600 der 9.700 Jobs streichen.

bs

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