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Technologie

Portrait CEO Meg Whitman Hewlett-Packard

Neuer massiver Stellenabbau

Hewlett-Packard: Wie viele Stellen denn noch?

Stand: 23.05.2014, 18:43 Uhr

Von wegen Licht am Ende des Tunnels. Der Umbau des Computerherstellers Hewlett-Packard ist ins Stottern geraten. Deshalb sollen erneut Tausende Stellen wegfallen, um die Kosten zu drücken. Die Börse blickt aber trotzdem optimistisch nach vorne

An der New Yorker Börse schlossen die HP-Aktien am Donnerstagabend in einer ersten Reaktion nach Börsenschluss noch 2,28 Prozent tiefer, nachdem sich der Kurs seit dem Absturz im Oktober letzten Jahres kräftig erholt hatte. Im zweiten Geschäftsquartal (per Ende April) verfehlte HP die Erwartungen und sucht nun sein Heil im Abbau weiterer Stellen. Der Plan von Firmenchefin Meg Whitman, der Hoffnungsträgerin des Konzern kommt dann aber heute doch noch gut an. Die Anleger folgen dem Management nach erstem Zögern und schicken das Papier auf Klettertour. In New York steht die Aktie akuell über sechs Prozent im Plus.

Analysten zeigten sich nicht so zuversichtlich. Der Abbau von Stellen, um die Kosten zu drücken, zeige allenfalls kurzfristig Wirkung, ändere aber nichts am fortschreitenden Niedergang von HP, urteilen die Experten. Tatsächlich will Whitman weitere bis zu 16.000 Stellen bei dem Computer-Konzern abbauen, nachdem sie bei ihrem Amtsantritt vor zweieinhalb Jahren zunächst den Wegfall von 27.000 Stellen angekündigt hatte. Im vergangenen Jahr war dann von 37.000 die Rede. Nun kommen 11.000 bis 16.000 weitere in verschiedenen Geschäftsbereichen und mehreren Ländern hinzu.

Jeder fünfte Stelle fällt weg

HP Inc: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Mit dieser neuerlichen Streichliste hätte die Firmenchefin dann jeden fünften der einst 250.000 Arbeitsplätze bei HP abgebaut. Analysten befürchten, dass der Jobabbau bei HP noch weiter gehe und damit für immer schlechtere Stimmung bei den Mitarbeitern sorge - und den Umsatz- und Ergebnisschwund letztlich noch beschleunige.

Für Enttäuschung sorgten auch die Zahlen im zweiten Geschäftsquartal. Sie weisen den elften Umsatzrückgang in Folge aus, der zudem höher ausfiel als erwartet. Die Erlöse gingen um rund ein Prozent auf 27,3 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten 27,4 Milliarden erwartet. Der Überschuss betrug 1,691 Milliarden Dollar, nach 1,742 Milliarden vor drei Monaten und 1,698 Milliarden vor einem Jahr. Für das Gesamtjahr stellte HP einen Gewinn pro Aktie zwischen 3,63 und 3,75 Dollar in Aussicht. Analysten erwarten im Schnitt 3,71 Dollar.

Service-Geschäft ausbauen

Vor drei Monaten hatte Whitman noch überraschend starke Zahlen präsentiert und erklärt, HP sei "in der besten Position seit langer Zeit".

Hewlett-Packard leidet unter dem andauernden Umsatzrückgang in seinen Kernbereichen. Dazu zählen vor allem Desktopcomputer, Drucker und Server. Inzwischen bietet HP auch Tablets an, demnächst will der Konzern ins Geschäft mit dem 3D-Druck einsteigen. Eine Milliarde Dollar soll in den Ausbau von Cloud-Diensten investiert werden. Darüber hinaus will sich HP nach dem Vorbild von IBM mehr auf das einträglichere Service-Geschäft für Unternehmen und Netzwerke konzentrieren.

lg/rm

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