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Auf der Siemens-Hauptversammlung

Herbe Schelte für Cromme und Löscher

Es ging hoch her auf dem Siemens-Aktionärstreffen am Mittwoch. Der Druck auf Management und Aufsichtsrat steigt, den Worten auch Taten folgen zu lassen.

Siemens-Aktionäre auf dem Weg zur Hauptversammlung in München

Siemens-Aktionäre auf der Hauptversammlung

Aktionärsvertreter werfen dem Management vor, dass es die Profitabilität aus den Augen verloren hat, nachdem 2011 ein Umsatzziel von 100 Milliarden Euro ausgegeben worden war.

"Es ist schade, dass wir Aktionäre im letzten Jahr so ernüchtert wurden", sagte der Vertreter von DWS Investment, Henning Gebhardt, auf der Hauptversammlung. Vieles laufe falsch, der Konzern müsse zu oft hohe Abschreibungen verkraften.

"Der schwerfällige Tanker"
Kritisch äußerte sich auch der Vertreter der Fondsgesellschaft Union Invest. Der "schwerfällige Tanker Siemens" müsse wieder auf Kurs gebracht werden, forderte Ingo Speich. Er kritisierte das Ziel, mittelfristig 100 Milliarden Euro Umsatz zu erreichen, als zu ehrgeizig. "Größe ist nicht alles, Siemens tut sich damit keinen Gefallen." Um diese Größenordnung zu erreichen, müsste der Konzern andere Unternehmen kaufen. Bei solchen Aktionen habe Siemens aber "in der Vergangenheit keine glückliche Hand bewiesen", sagte Speich

Siemens: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sagte, Siemens habe kein gutes Jahr hinter sich. Allerdings habe die Führung die richtigen Schlüsse gezogen. Sie forderte Konzernchef Löscher auf, den Beschlüssen nun auch Taten folgen zu lassen. "Der feine Zwirn muss ausgezogen werden", sagte Bergdolt. "Sie müssen jetzt liefern."

Der umstrittene Aufsichtsratsvorsitzende Gerhard Cromme hatte Löscher zuvor demonstrativ den Rücken gestärkt. "Wir lassen uns nicht vom Kurs abbringen, auch wenn manche Medien diesen hinterfragen und teilweise versuchen, Uneinigkeit in Vorstand und Aufsichtsrat zu konstruieren, wo keine sind", erklärte Cromme.

Freundlicher Applaus

Kritik an seiner Amtsführung bügelt Cromme aber ab. Zur aktuellen Geschäftsentwicklung bei Siemens räumt er allenfalls ein: "Aufsichtsrat und Vorstand sind nicht zufrieden, dass die eigenen Ansprüche nicht erfüllt wurden, besser als Markt und Wettbewerb zu sein." Auf seine erneute Kandidatur geht er nur mit einem Satz ein. Der zuletzt bei ThyssenKrupp in gleicher Funktion unter Druck geratene Chefaufseher will sich trotz seines Alters von 70 Jahren erneut wählen lassen. Dafür wurde die Satzung geändert.

Immerhin erhält Cromme in der Münchner Olympiahalle bei seiner Rede freundlichen Applaus. Vergangene Woche in Bochum buhten ihn die ThyssenKrupp-Aktionäre noch aus.