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Konsumgüter

Gestapelte Persil-Waschmittelpakete

Höhere Profite anvisiert

Sauber, Henkel!

Der Konsumgüterkonzern Henkel schraubt seine Jahresziele höher. Die Rendite dürfte höher ausfallen als gedacht. Angesichts der vielen Krisenherde in der Welt ist das eine kleine Überraschung, weshalb die Börse Beifall klatscht.

Die Henkel-Aktie legt mehr als vier Prozent zu und rückt damit an die Spitze des deutschen Leitindex' Dax. Investoren waren einigermaßen überrascht, dass sich Henkel ein ehrgeizigeres Jahresziel setzt und nunmehr einen Anstieg der bereinigten Ebit-Marge auf "leicht unter 16,0 Prozent" anpeilt. Zuvor war der Hersteller von Persil-Waschmittel, Schwarzkopf-Shampoo und Pritt-Klebestiften von etwa 15,5 Prozent ausgegangen. Das (organische) Umsatzziel 2014 lässt Henkel unverändert bei drei bis fünf Prozent Plus.

Analysten äußerten sich anerkennend. Herbert Sturm von der DZ Bank sagte, im aktuell schwierigen Konjunkturumfeld sei das eine positive Überraschung. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass am Markt bereits mit einer Marge etwas unter 16 Prozent gerechnet worden sei.

Skepsis bleibt

Allerdings gab es auch eine gehörige Portion Vorsicht am Markt, weil der stark in Osteuropa engagierte Konsumgüterkonzern noch im Sommer angesichts der vielen Krisenherde auf der Welt vor einem schwierigen zweiten Halbjahr gewarnt hatte. Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sowie die anhaltenden politischen Unruhen in Nahost dürften das Marktumfeld belasten, so damals Chef Kasper Rorsted. Die Erwartungen der Börse an die heute vorgelegte Quartalsbilanz waren entsprechend gedämpft. Mit einem besseren Ausblick hatte jedenfalls niemand gerechnet.

Gleichwohl behält Rorsted auch jetzt seinen skeptischen Unterton bei. Insgesamt trübe sich der konjunkturelle Ausblick ein, unter anderem wegen des weiter schwelenden Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine, so der Henkel-Chef.

Schwellenländer bringen Wachstum

Das gerade abgeschlossene dritte Quartal brachte aber keine bösen Überraschungen. Henkel steigerte dank der Zuwächse im Waschmittelgeschäft und bei Klebern den Umsatz leicht um 1,2 Prozent auf 4,24 Milliarden Euro. Organisch, also ohne Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe, lag das Plus bei 2,3 Prozent. Vor allem die Geschäfte in Schwellenländern brachten das Wachstum.

Dank seines Sparkurses konnte Henkel beim Ergebnis stärker aufholen. Vor Zinsen und Steuern stieg das bereinigte Ergebnis (Ebit) um 3,1 Prozent auf 693 Millionen Euro steigern. Ganz anders der Gewinn nach Steuern und nach Anteilen Dritter: Er sank von 458 auf 440 Millionen Euro infolge höherer Umbaukosten sowie Rückstellungen für ein Kartellverfahren.

Insgesamt lagen die Kennziffern im Rahmen der Analystenschätzungen. Experten hatten einen Umsatz von 4,248 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ebit von 683 Millionen Euro erwartet.

bs

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