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Wachstum soll weitergehen

Henkel bleibt auf Kurs

Der Konsumgüterhersteller Henkel hat sein Ziel erreicht. Gut laufende Geschäfte und ein rigider Sparkurs haben 2012 Umsatz und Ergebnis zum Sprudeln gebracht. Das soll auch im laufenden Jahr so weitergehen - allerdings einen Tick langsamer. Die Aktionäre können sich trotzdem freuen.

Die seit Jahresanfang bereits hervorragend gelaufene Aktie legt am Morgen weiter zu. Henkel hat 2012 nicht nur seine selbst gesteckten Ziele erreicht. Der Konzern stellt auch eine um 19 Prozent auf 95 Cent steigende Dividende für die Vorzüge in Aussicht.

Kein Wunder, hat Henkel 2012 doch so viel verdient wie noch nie. Das operative Konzernergebnis (Ebit) kletterte um ein Viertel auf das Rekordniveau von knapp 2,2 Milliarden Euro, wie Henkel am Morgen mitteilte. Der Konzernumsatz stieg um fast sechs Prozent auf die Rekordhöhe von 16,5 Milliarden Euro.

Starkes viertes Quartal

Besonders im vierten Quartal konnte Henkel deutliche Zuwächse verbuchen: Im vierten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,3 Prozent auf vier Milliarden Euro, der Überschuss nach Anteilen Dritter lag bei 343 Millionen Euro.

Die Nachfrage nach Industrieklebern und die starke Präsenz Henkels in den schnell wachsenden Schwellenländern trieben das Geschäft an. Gleichzeitig hält eine strikte Kostenkontrolle die Aufwendungen im Zaum.

Erfolgreichstes Jahr der Geschichte

"2012 war für Henkel das bislang erfolgreichste Geschäftsjahr", erklärte Konzernchef Kasper Rorsted. Alle Unternehmensbereiche seien profitabel gewachsen. Der Traditionskonzern stellt neben Klebstoffen (Pritt, Pattex) und Waschmitteln (Persil, Spee) auch Kosmetik (Syoss, Schwarzkopf) her. Henkel habe außerdem seine 2008 aufgestellten, längerfristigen Finanzziele erreicht.

So stieg die Umsatzrendite, bereinigt um Einmaleffekte und Aufwendungen für den Konzernumbau, 2012 auf 14,1 Prozent. Ziel waren 14 Prozent. Damit winkt den Mitarbeitern eine Sonderprämie. Unter dem Strich erzielte Henkel 2012 einen Überschuss von über 1,5 Milliarden Euro. Das ist ein Plus von gut 30 Prozent.

Weiteres Wachstum angepeilt

Nur im Geschäftsjahr 2004 hatte Henkel mit 1,7 Milliarden Euro einen noch höheren Gewinn erzielt. Dieser Spitzenwert ging damals allerdings auf einen Sondereffekt, den Verkauf einer Finanzbeteiligung, zurück. Damit hat Henkel die Erwartungen der Analysten punktgenau getroffen.

Auch im laufenden Jahr will der Konzern seinen Wachstumskurs fortsetzen. Organisch soll der Umsatz um drei bis fünf Prozent zulegen. Die bereinigte Ebit-Marge soll 2013 auf 14,5 Prozent steigen und der bereinigte Gewinn je Aktie um rund zehn Prozent zulegen.

Gerade im Konsumentengeschäft herrscht allerdings ein gnadenloser Wettbewerb. Hier trifft Henkel auf Procter & Gamble (Ariel, Pantene), Reckitt Benckiser (Calgon, Clearasil) oder auch die Hamburger Beiersdorf AG (Nivea). Einige Analysten wie Thomas Maul von der DZ Bank, haben deshalb Zweifel, ob das Unternehmen seinen Wachstumskurs unverändert fortsetzen kann.

Kurspotenzial begrenzt?

Nachdem Henkel seine Finanzziele für 2012 erreichen dürfte, sei das Potenzial für weitere Kursgewinne begrenzt, glaubt Heiko Ferber vom Bankhaus Lampe. Treiber für den Aktienkurs dürften künftig neben den mittelfristigen Zielen vor allem Aktienrückkäufe, Dividendenerhöhungen oder große Übernahmen sein, schreibt der Analyst.

Durch den Schuldenabbau habe der Konzern ausreichend Mittel zur Verfügung. Ende 2012 werde die Nettoverschuldung vermutlich bei 700 Millionen Euro liegen, im laufenden Jahr dürfte der Konzern dann sogar cash-positiv sein.

Henkel hatte sich im November neue Zielmarken für die kommenden Jahre gesetzt. Danach soll der Umsatz bis 2016 auf 20 Milliarden Euro steigen, die Hälfte davon soll aus Wachstumsregionen kommen. Den bereinigten Gewinn je Aktie will Henkel im Schnitt um zehn Prozent pro Jahr steigern.

Stand: 06.03.2013, 08:05 Uhr

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