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Autozulieferer

Scheinwerfer-Prüfung bei Hella

Run auf Hella-Aktie

Hella mit neuer Strahlkraft

Stand: 11.01.2016, 10:00 Uhr

Scheinwerferhersteller Hella ist für Anleger wieder attraktiv. Die neuen Quartalszahlen zeigen, die Geschäfte mit LED-Leuchten laufen rund. Sogar der Lieferantenausfall, der jüngst noch schockte, ist nun verdaut.

Die Hella-Aktie prescht heute mit zeitweise acht Prozent Kursplus an die MDax-Spitze. Das Wachstum des Autozulieferers überzeugt. Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten des seit Juni laufenden Bilanzjahres 2015/16 um zwölf Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro.

Markt-Überflieger

"Wir wachsen weiter stärker als der Markt", sagte Hella-Chef Rolf Breidenbach. Wachstumstreiber seien vor allem die LED-Technologie und Elektronikkomponenten. Hella profitiert von der steigenden Nachfrage der Autoindustrie in Asien sowie in Nord- und Südamerika.

Zwar zeigt sich auf der Gewinnseite ein unschöner Schnitzer. Das operative Ergebnis (Ebit) schrumpfte um acht Prozent auf 203 Millionen Euro. Doch das war zu erwarten, hängt der Rückgang doch mit dem Lieferantenausfall in China zusammen, den Hella bereits im September bekannt gegeben hatte. Hella musste auf die Schnelle seinen Nachschub für Spritzguss-Komponenten neu organisieren.

Altlasten verdaut

Die dadurch anfallenden zusätzlichen Transport- und Einkaufskosten schmälerten das Ergebnis um rund 50 Millionen Euro. Ohne diesen Faktor wäre das Ebit im ersten Halbjahr um 13 Prozent auf 256 Millionen gestiegen. Die Sonderbelastung durch den Lieferantenausfall ist damit im Wesentlichen für das gesamte Geschäftsjahr verarbeitet und abgeschlossen.

Ein Experte sprach von "sehr guten Zahlen, die insbesondere auf der Gewinnseite positiv überraschen". Zusätzlichen Auftrieb gab eine Empfehlung von HSBC. Die Spezialisten der Investmentbank zählen Hella zu ihren Favoriten in Deutschland und Österreich für das erste Halbjahr 2016. Analyst Henning Cosman rechnet weiter mit starkem Wachstum und sieht noch Margenpotenzial.

Wechselvolle Hella-Aktie

Aktionäre von Hella haben in dem noch kurzen Börsenleben eine wechselvolle Zeit erlebt. Zunächst ging es nach dem Börsengang im November 2014 steil aufwärts. Allein bis März 2015 verdoppelte sich der Kurs, vom Ausgabepreis bei 26,50 Euro schoss die Aktie in der Spitze bis auf 48,50 Euro.

In den Sommermonaten hielt sich das Papier noch ganz gut, pendelte zwischen 41 und 46 Euro, bis die allgemeine Börsenstimmung bröckelte. Mit der Gewinnwarnung im September fiel der Kurs zurück bis auf 30.51 Euro. Von dem Tief hat sich das Papier wieder erholt, ist aber seit Novemer in einer Spanne von 36 bis 39 Euro gefangen.

Hella ist weltweit tätig, vertreten an über 100 Standorten in mehr als 35 Ländern. Der Autozulieferer ist vor allem in Segmenten stark, die stärker wachsen als die Autobranche. Bei LED-Scheinwerfern ist Hella Marktführer. Mit seinen Elektronikbauteilen ist der Konzern die Nummer 3.

bs

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