Seitenueberschrift

Heineken Desperados

Mexikanische Hersteller wollen klagen

Heineken mit Tequila-Kater

Stand: 27.06.2017, 11:13 Uhr

Hat der niederländische Bierbrauer bei seinem Erfolgs-Mix-Getränk "gepanscht"? Gegen das "Desperados" formiert sich eine Klagefront aus Mexiko. Milliardenschwere Umsätze bei Heineken sind bedroht.

Immerhin 1,2 Milliarden Dollar setzte das Unternehmen mit dem "Blockbuster"-Getränk im vergangenen Jahr um. Das "Desperados", kurz "Dos" trifft offenbar den Nerv der Zeit, das Mix-Getränk, das nach Herstellerangaben vor allem für eine jüngere Zielgruppe gedacht ist, findet Anklang.

Die guten Geschäfte des Konzerns könnten bedroht sein, wenn eine Klage Erfolg hat, die laut der Schweizer "Handelszeitung" eine Reihe von mexikanischen Tequila-Herstellern anstrengen. Danach werfen sie Heineken vor, den Markennamen Tequila zu vermarkten, obwohl in dem Getränk gar kein Tequila enthalten sei. Entweder solle Heineken dem "Dos" Tequila beifügen oder das Wort Tequila aus der Produktbeschreibung entfernen.

Tequila nur als Aroma?

Nun dürfte ein Streit darüber entbrennen, ob und in welcher Form das mexikanische Getränk in dem Heineken-Produkt enthalten ist. Laut dem Unternehmen sei durchaus Tequila im Desperados enthalten, "das wir in Mexiko von einem Hersteller beziehen". Die Aufschlüsselung der Inhaltsstoffe weist allerdings nur Tequila-"Aromen" aus. Offiziell wird Desperados auch als "tequila-flavoured" bezeichnet, soll also lediglich Tequila-Geschmack liefern.

Ob mit der Verwendung des Markennamens Probleme für Heineken entstehen werden, dürften Anwälte oder auch Gerichte klären. Tequila unter diesem Namen wird aus der Agave-Pflanze gewonnen und ist als Produkt streng geschützt.

Sinkt der rote Heineken-Stern in Ungarn?

Heineken hat auch in Ungarn noch ein "schwelendes" Verfahren, das zumindest den Absatz in dem Land belasten könnte: Die nationalkonserative Regierung unter Victor Orbán hat ein Gesetzesverfahren auf den Weg gebracht, das "totalitäre Symbole" aus der Öffentlichkeit verbannen soll. Dazu zählen die Regierenden offenbar nicht nur Symbole wie das Hakenkreuz, sondern auch den roten Stern im Firmenlogo. Der soll zwar seit den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts die verschiedenen Phasen des Bierbrau-Prozesses symbolisieren, war aber auch ein Symbol des Sowjetkommunismus.

Die Heineken-Aktie befindet sich seit Monaten in einem Kursrausch. Seit Jahresbeginn hat sich der Titel von 71 auf 87 Euro nach oben geschraubt. Für das erste Quartal hatte der Konzern erfreuliche Zahlen geliefert, der Bierverkauf läuft auf vollen Touren, zumindest vorerst noch.

AB

1/8

Schnaps-Aktien, die Hochprozenter

Von Diageo bis Remy Cointreau

Diageo: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 5 Jahre

Diageo

Der weltgrößte Spirituosenkonzern Diageo stellt Johnnie-Walker-Whisky, Smirnoff-Wodka oder Guinness-Bier her. Und künftig auch den George Clooney-Tequila Casamigos. Die Aktie hat in fünf Jahren ordentlich zugelegt.

Darstellung: