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Druckmaschinenbauer

Ein Mitarbeiter des Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck montiert ein Druckwerk

Schwarze Zahlen im dritten Quartal

HeidelDruck kommt seinem Ziel näher

Stand: 10.02.2016, 10:06 Uhr

Die Heidelberger Druckmaschinen ragen am Mittwoch positiv an der Frankfurter Börse heraus. Das SDax-Unternehmen ist im abgelaufenen Quartal nach einer mehrmonatigen Durststrecke in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Die Aktien springen am Morgen um 14 Prozent nach oben und führen mit großem Abstand den SDax an. Mit 1,90 Euro holen die Papiere des Druckmaschinenbauers einen Teil der Verluste seit Jahresbeginn wieder auf. Anfang Januar hatte der Kurs bei 2,20 Euro gelegen.

Die Anleger freuen sich über die Zahlen von HeidelDruck. Das Unternehmen hat sich im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 wieder in die Gewinnzone zurückgekämpft und sieben Millionen Euro verdient. Es ist der erste Nettogewinn seit dem vierten Quartal 2014/15.

Turn-Around im Geschäftsjahr 2015/16 möglich

Damit hat sich der Verlust in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres auf sieben Millionen Euro verringert - nach minus 95 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Vorstandschef Gerold Linzbach, der nach langer Krankheit seit Jahresbeginn wieder das Ruder beim Traditionskonzern übernommen hat, zeigte sich zuversichtlich für das bis Ende März laufende Gesamtjahr. Demnach will HeidelDruck wieder schwarze Zahlen schreiben und eine bereinigte operative Rendite von acht Prozent erreichen. Der Umsatz soll währungsbereinigt um zwei bis vier Prozent wachsen.

HeidelDruck habe aber eine unsichere Wegstrecke vor sich, hatte Linzbach Mitte Januar gewarnt. Wegen der im Mai anstehenden Branchenmesse Drupa, die nur alle vier bis fünf Jahre stattfindet, hielten sich die Druckereien mit Aufträgen für neue Maschinen zurück, meinte er damals. Auch die Furcht vor einer anhaltenden Konjunkturschwäche in China sorge für Unsicherheit. "China geht momentan jedem an die Schlafqualität. Das trifft auf uns auch zu", sagte Linzbach. Zu Verwerfungen sei es auf dem für HeidelDruck neben Deutschland wichtigsten Einzelmarkt der Welt aber bisher nicht gekommen.

Droht jetzt die Auftragsflaute vor der Drupa?

Im dritten Quartal war der "Drupa-Effekt" bereits zu spüren. Der Auftragseingang sank von 613 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 581 Millionen Euro. Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank bezweifelt daher, dass die Jahresziele zu schaffen sind. 

Der größte Druckmaschinenbauer der Welt hatte in vier der vergangenen fünf Jahre Verluste hinnehmen müssen und erheblich Stellen abgebaut. Inzwischen hat sich das SDax-Unternehmen neu ausgerichtet und den Anteil der Dienstleistungen rund um Druckmaschinen ausgebaut. Das brachte mehr Profitabilität. Die Druckmaschinenindustrie war von der Wirtschaftskrise so schwer gebeutelt wie kaum eine andere Branche.

nb

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