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Baustoffe

Zementproduktion  bei HeidelCement in Leimen

Euro und Öl als Ergebnistreiber

HeidelbergCement: So gut wie lange nicht

Stand: 16.02.2016, 07:36 Uhr

Nicht nur die Autofahrer haben zuletzt vom niedrigen Ölpreis profitiert. 2015 war für HeidelbergCement das mit Abstand beste Jahr seit der Finanzkrise.

Nur der Aktie sah man das bislang nicht so recht an. Mit der Markierung eines Doppel-Tops im Mai/Dezember 2015 bei 77,18/76,52 Euro sandte der Dax-Titel ein technisches Verkaufssignal, das seine Wirkung nicht verfehlte. Die Aktie ist seither in der Spitze um 24 Prozent eingebrochen.

Mit einem Minus von 12,4 Prozent seit Jahresbeginn befindet sich die HeidelCement-Aktie allerdings noch im oberen Mittelfeld des Dax. Am Montag konnte sie, begleitet von einem deutlichen Aufwärtsgap, 5,2 Prozent zulegen. Das schürt Hoffnungen auf eine untere Umkehr.

HeidelbergCement-Chef Bernd Scheifele

Ist mit 2015 zufrieden: HeidelbergCement-Chef Bernd Scheifele. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Besser als gedacht

Am Dienstag kommt nun auch etwas Schub von fundamentaler Seite. Laut vorläufigen Zahlen hat der Baustoffkonzern sein operatives Ergebnis im vergangenen Jahr um 15,7 Prozent auf 1,846 Milliarden Euro gesteigert.

Das Ergebnis lag damit über der vom Unternehmen selbst erhobenen Schätzung von Bankanalysten. Die entsprechende Umsatz-Marge verbesserte sich von 12,6 auf 13,7 Prozent.

Dem milden Winter sei Dank!

»Wesentliche Treiber dieses Erfolgs waren unsere Programme zur Effizienz- und Margensteigerung, Preiserhöhungen in Schlüsselmärkten, die im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufigen Energiekosten sowie positive Wechselkurseffekte aus der Abschwächung des Euro.«

Pressemitteilung von HeidelbergCement

Darüber hinaus profitierte im vierten Quartal der Baustoffabsatz vom milden Wetter und der dadurch verlängerten Bauperiode in Teilen Europas.

Ordentlich Schulden abgebaut

Bei der Finanzierung der Übernahme von Italcementi machte HeidelbergCement nach eigenen Angaben ebenfalls Fortschritte. Der Refinanzierungsbedarf am Anleihemarkt konnte auf unter 2,0 Milliarden Euro reduziert werden. Insgesamt sank die Nettoverschuldung von 6,9 auf 5,3 Milliarden Euro.

Megazukauf Italcementi

Ende Juli hatte HeidelbergCement die Märkte mit der Ankündigung eines Megazukaufs überrascht. Die Heidelberger wollen die Nummer fünf der Zementbranche, den italienischen Konkurrenten Italcementi, für 3,7 Milliarden Euro übernehmen. Mit dem Zukauf verkürzt HeidelbergCement den Abstand zum Marktführer LafargeHolcim. Zudem werden die Heidelberger bei Zuschlagsstoffen wie Sand, Kies und Schotter wieder die Nummer eins.

Den vollständigen Konzernabschluss inklusive Unternehmensausblick auf das laufende Geschäftsjahr wird HeidelbergCement am 17. März 2016 veröffentlichen.

ag

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