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Tui wird in Mitleidenschaft gezogen
Hapag-Lloyd schreibt tiefrote Zahlen
Treibstoff wird immer teurer und auf den Weltmeeren herrscht Flaute. Dadurch gerät die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd immer tiefer in die Verlustzone und zieht Tui als Anteilseigner in Mitleidenschaft.
Europas größter Reisekonzern setzte einst auf die Container-Schifffahrt und sah darin ein wichtiges Standbein. Nun ist Tui immer noch mit 22 Prozent an Hapag-Lloyd beteiligt. Allerdings sucht das MDax-Unternehmen seit Jahren nach einer Möglichkeit, ohne allzu große Verluste aus der Reederei auszusteigen und sich auf sein Kerngeschäft, den Tourismus, zu konzentrieren.
Allein, es mangelt am richtigen Käufer und am Geld. Der Mutterkonzern in Hannover hat mit seiner Tochter Tui Travel eine komplizierte und teure Doppelstruktur geschaffen. Dazu haben teure Übernahmen wie Thomson Travel Tui manövrierunfähig gemacht. Erst einmal wird es mit einem radikalen Konzernumbau also nichts und so verhagelte Hapag-Lloyd dem MDax-Unternehmen auch zuletzt wieder die Bilanz.
Zu teurer Treibstoff für zu wenig Fracht
Die gesamte deutsche Schifffahrt kränkelt. Was Reedereien wie Hapag-Lloyd zu schaffen macht, sind die rasant steigenden Treibstoffkosten. Zum anderen gibt es einfach zu viele Schiffe auf dem Markt, die um vergleichsweise wenig Ware ringen.
Unter dem Strich stand bei Hapag-Lloyd daher im abgelaufenen Jahr ein Verlust von 128 Millionen Euro. fast 100 Millionen Euro mehr als noch vor einem Jahr. Operativ lief es besser. Hapag-Lloyd erwirtschaftete ein Betriebsergebnis (Ebit) in Höhe von 26 Millionen Euro. Nur: Ein Jahr zuvor war es fast vier Mal so viel.
Der denkbar schlechteste Zeitpunkt
Im Branchenvergleich schneide die Hamburger Reederei noch vergleichsweise gut ab, sagte Vorstandschef Michael Behrendt. Trotzdem sei das Ergebnis nicht zufriedenstellend. Für 2013 hofft Behrendt wieder auf steigende Transportmengen. Dazu soll das Unternehmen seiner Meinung nach durch weitere Einsparungen und Preiserhöhungen das Ergebnis verbessern und so seinen Aktionären wieder eine Dividende zahlen können.
Die schlechten Zahlen kommen zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt: Denn derzeit verhandelt Hapag-Lloyd mit dem zum Oetker-Konzern gehörenden Lokalrivalen Hamburg Süd über einen möglichen Zusammenschluss. Außerdem hatte Hapag-Lloyd-Großaktionär Klaus-Michael-Kühne bereits klargestellt, dass er auf jeden Fall auf einen Börsengang der Reederei besteht.
Womöglich könnte sich Tui im Zuge so eines Börsengangs eventuell dann noch von seinen restlichen Anteilen an Hapag-Lloyd trennen. Die Aktie geriet unter Druck und büßte in Spitze 1,2 Prozent ein, erholte sich dann aber wieder. Generell befindet sich der MDax-Titel aber auf Erholungskurs und hat innerhalb der vergangenen zwölf Monate fast die Hälfte dazu gewonnen.
Stand: 19.03.2013, 15:23 Uhr
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