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Rekordgewinn im Blick
Hannover Rück bekommt Preisdruck zu spüren
Mehr Geschäft, etwas höhere Prämien: Die Erneuerungsrunde im Januar verlief für den drittgrößten Rückversicherer der Welt halbwegs nach Plan. Aber die Konkurrenz ist hart und Spitze wollen natürlich alle sein.
Ulrich Walli, Vorstandsvorsitzender, Hannover Rück
"Wir stellen insgesamt fest, dass wir einen zunehmenden Wettbewerb haben", sagte Vorstandschef Ulrich Wallin zur Erneuerungsrunde im Januar. Einerseits seien mehr Anbieter im Markt, andererseits wählten Erstversicherer einen größeren Selbstbehalt, gerade in Deutschland, erklärt der Manager. "Für uns wird es deshalb schwieriger, das Wachstum so fortzusetzen. Wir spüren einen gewissen Druck."
Mehr Angebote für Versicherungsnehmer
Bei der Erneuerung von rund zwei Dritteln der Schaden-Rückversicherungsverträge habe Hannover Rück ein Prozent mehr Geschäft gezeichnet als ein Jahr zuvor. Damit stieg das Prämienvolumen auf rund 3,82 Milliarden Euro. Im Schnitt stiegen die Preise in der Schaden- und Unfall-Rückversicherung bei der wichtigsten Vertragserneuerung des Jahres nur leicht, wie das im MDax notierte Unternehmen mitteilte.
Eine rückläufige Nachfrage der Erstversicherer treffe auf ein gewachsenes Angebot an Rückversicherungsschutz, sagte Wallin. "Daher ist es umso erstaunlicher, dass wir über leicht steigende Preise berichten können."
Probleme in Deutschland
Vor allem in Deutschland, dem größten Markt für die Hannover Rück, nehmen die Erstversicherer laut Wallin mehr Risiken auf die eigene Kappe, statt sie an Rückversicherer abzugeben. Daher musste sich die Hannover Rück hierzulande mit einem leicht geringeren Prämienvolumen zufriedengeben.
In den USA sieht das dagegen anders aus: Nach den Zerstörungen durch Wirbelsturm "Sandy" konnte die Hannover Rück die Prämien in der Katastrophen-Rückversicherung an der US-Ostküste um 10 bis 30 Prozent anheben. Insgesamt steigerte das Unternehmen sein Prämienvolumen auf dem US-Markt um 14 Prozent. Die weltweite Versicherungsbranche dürfte Hurrikan "Sandy" nach Branchenschätzungen bis zu 25 Milliarden US-Dollar kosten. Die Hannover Rück schätzt, dass sie für die Schäden durch Sturm und Flutwelle am Ende mit 237,5 Millionen Euro geradestehen muss.
Prognose bleibt wie sie ist
Für 2012 stellt der Konzern nach wie vor einen Gewinn von mehr als 800 Millionen Euro in Aussicht. Das wäre ein neues Rekordergebnis, die vollständigen Zahlen werden Anfang März erwartet.
Für 2013 geht Wallin ebenfalls weiterhin von 800 Millionen Euro Nettogewinn aus. Die konservative Prognose begründete er neben dem härteren Wettbewerb auch mit dem anhaltend niedrigen Zinsen, was das Anlageergebnis belaste. "Wir haben deshalb aber nicht vor, riskanter anzulegen", betonte der Vorstandschef. Die Aktienquote liege aktuell bei unter einem Prozent.
Stand: 04.02.2013, 08:18 Uhr
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