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Technologie

Patentstreit beendet

Google und Microsoft begraben Kriegsbeil

Stand: 01.10.2015, 08:14 Uhr

Microsoft und Google lassen alle gegenseitigen Rechtsstreitigkeiten wegen angeblicher Patentverletzungen fallen. Die beiden Technologieunternehmen legten rund 20 Klagen in den USA und Deutschland bei.

Die Konkurrenz in der Technologiebranche ist stark und bei der Jagd nach einem Vorteil oder einem technischen Vorsprung wird mit harten Bandagen gekämpft. Jetzt ist einer der heftigsten Patent-Konflikte in der IT-Industrie wohl beendet: "Die Unternehmen beenden alle laufenden Rechtsstreitigkeiten zu Patentrechtsverstößen", teilten sie am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Finanzielle Details zu der Einigung wurden nicht bekannt. Eine Microsoft-Sprecherin sagte, künftige Rechtsstreitigkeiten wegen Patentverstößen seien nicht ausgeschlossen.

Teilweise Zusammenarbeit

Bei den Rechtsstreitigkeiten ging es bislang unter anderem um Mobiltelefone, aber auch Patente für die Spielekonsole Xbox oder Windows-Produkte von Microsoft. Die zwischenzeitliche Google-Tochter Motorola wollte Patentzahlungen von Microsoft für die Spielekonsole Xbox. Microsoft versuchte im Gegenzug, einige Funktionen von Motorola-Smartphones fernzuhalten. Dabei ging es auch um das weit verbreitete Google-Betriebssystem Android.

Google hatte Motorola 2012 erworben und im vergangenen Jahr an den PC-Hersteller Lenovo weiterverkauft, behielt aber weitgehend das Patentarsenal. Google und Microsoft wollten nun bei einigen Patentfragen sogar zusammenarbeiten, berichtete der Finanzdienst Bloomberg unter Berufung auf die Unternehmen. Unter anderem wollten sie bei der Entwicklung einer lizenzfreien Technologie zur Videokompression kooperieren.

In der Smartphone-Branche hatten bereits 2014 die Schwergewichte Apple und Samsung abgerüstet. Sie hatten alle gegenseitigen Rechtsstreitigkeiten außerhalb der USA beendet.

ts

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Google ist eine Krake, die ein allumfassendes Netz knüpft und stetig erweitert. In der Google-Welt wird alles vernetzt: Uhr, Wohnzimmer, Auto - alles auf Basis des dominierenden Smartphone-Betriebsystems Android und mithilfe miniaturisierter Computer, die mit Sensoren Geräte intelligent machen. Das soll den Alltag erleichtern. Das Google-Handy weiß, wo sich der Nutzer gerade aufhält und wie es helfen kann. Es liefert von sich aus die passenden Informationen zur richtigen Zeit, zeigt zum Beispiel den Weg zum geparkten Auto oder bietet Infos zum Kinofilm, über den man gerade spricht. Google will eine zentrale Rolle im so genannten "Internet der Dinge" spielen.

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