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Googlelogo im Geldscheinwirbel

Umbau zeigt Wirkung

Google: So geht Begeisterung

Stand: 23.10.2015, 08:15 Uhr

Kräftig gestiegene Werbeeinnahmen und gedeckelte Kosten haben Alphabet, dem Mutterkonzern von Google, ein berauschendes Sommergeschäft beschert. Und das ist noch nicht alles. Die Anleger sind begeistert.

Im nachbörslichen New Yorker Handel schoss die Alphabet-Aktie um bis zu elf Prozent in die Höhe und kletterte auf den höchsten Stand seit seinem Börsengang. Kein Wunder, hat doch der bislang als Google bekannte Internetriese Alphabet einen überraschend starken Quartalsbericht vorgelegt.

Von Juli bis September stieg der Überschuss im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 3,98 Milliarden Dollar, wie die Google-Konzernmutter am Abend mitteilte. Der Umsatz legte um 13 Prozent auf 18,68 Milliarden Dollar zu. Bereinigt um Kosten, die der Konzern in Kauf nimmt, um Nutzer auf seine Internetseiten zu lotsen, lagen die Erlöse bei 15,1 Milliarden Dollar. Durch starke Konkurrenz wie Facebook ist das Geschäft mit Online-Anzeigen umkämpft. Weil die Werbung den Nutzern zunehmend von klassischen Desktop-PCs auf Geräte mit kleineren Bildschirmen folgt, wird es tendenziell schwerer, hier Geld zu verdienen.

Werbeklicks steigen um 25 Prozent

Doch Alphabet gelang es, die Zahl der Klicks auf Online-Anzeigen, für die Werbekunden nur dann zahlen, wenn ein Nutzer sie auch tatsächlich auswählt, um fast ein Viertel zu steigern, nach 18 Prozent im Vorquartal. Das machte den um elf Prozent gefallenen Durchschnittspreis für Online-Werbung mehr als wett.

Alphabet A: Kursverlauf am Börsenplatz Tradegate für den Zeitraum Intraday
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Analysten hatten mit schwächeren Quartalszahlen gerechnet. Zum Freudensprung an den Aktienmärkten beigetragen haben dürfte auch die Ankündigung von Aktienrückkäufen in Höhe von fünf Milliarden Dollar. "Unsere Ergebnisse zeigen Googles Stärke, vor allem bei der mobilen Suche", kommentierte Finanzvorstand Ruth Porat.

Anleger hatten diesen Schritt schon lange gefordert. Der Konzern sitzt auf einem Geldberg von mehr als 70 Milliarden Dollar. Und noch eine andere Forderung der Investoren hat die seit sieben Monaten amtierende Finanzchefin erfüllt: Die Kosten steigen langsamer als zuvor.

Ausgaben gedrosselt

Im dritten Quartal kletterten die Ausgaben nur noch um gut neun Prozent auf 13,97 Milliarden Dollar. In den Vorquartalen hatten die Anstiege noch bei zehn, 13 und 22 Prozent gelegen.

Der bisherige Google-Konzern hatte den Umbau zur neuen Holding mit dem Namen Alphabet im August überraschend angekündigt und Anfang Oktober vollzogen. Die bisherigen Google-Anteilseigner wurden zu Aktionären der neuen Dachgesellschaft. Die Holding Alphabet soll Ordnung in das Firmengeflecht bringen.

Google hat sich seit der Gründung 1998 von einer reinen Internetfirma zu einem Konzern entwickelt, der für Android-Software, YouTube-Videos, aber auch fahrerlose Autos, die Finanzierung von Startups, Computerbrillen und Drohnen steht. Die ersten Quartalszahlen mit der neuen Struktur sollen erst im Januar veröffentlicht werden.

lg

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Das Google-Universum

Mehr als eine Suchmaschine

Total vernetzt im Google-Netz

Google ist eine Krake, die ein allumfassendes Netz knüpft und stetig erweitert. In der Google-Welt wird alles vernetzt: Uhr, Wohnzimmer, Auto - alles auf Basis des dominierenden Smartphone-Betriebsystems Android und mithilfe miniaturisierter Computer, die mit Sensoren Geräte intelligent machen. Das soll den Alltag erleichtern. Das Google-Handy weiß, wo sich der Nutzer gerade aufhält und wie es helfen kann. Es liefert von sich aus die passenden Informationen zur richtigen Zeit, zeigt zum Beispiel den Weg zum geparkten Auto oder bietet Infos zum Kinofilm, über den man gerade spricht. Google will eine zentrale Rolle im so genannten "Internet der Dinge" spielen.

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