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Quartalszahlen zu früh veröffentlicht

Chaos bei Google

Der Internetkonzern Google hat am Abend vollkommen überraschend während des laufenden Börsenhandels in New York seine Zwischenbilanz für das dritte Quartal vorgelegt - eine peinliche Panne. Übler als die Panne stieß den Anlegern aber die verpatzte Bilanz auf.

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Der Weltkonzern leistet sich eine peinliche Panne

Die Aktie stürzte zeitweise um mehr als zehn Prozent ab und schloss mit einem Minus von acht Prozent. Gegen Mittag wurde der Handel auf Wunsch von Google für zweieinhalb Stunden gestoppt und um 15:20 Uhr (Ortszeit) wieder aufgenommen. Experten rätselten, wie es dazu kommen konnte, dass Google seine Quartalszahlen während des Börsenhandels und nicht wie vorgesehen nach Handelsschluss veröffentlichte.

Google: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
683.00
Differenz absolut
-13.20
Differenz relativ
-1.90%

Die Verwirrung an der Börse war jedenfalls perfekt. Marktteilnehmer lieben solche Überraschungen gar nicht, deshalb spekulierten sie über alle möglichen negativen Gründe für die verfrühte Veröffentlichung. Den Handel zu stoppen sei deshalb die richtige Entscheidung gewesen, kommentierte ein Fondsmanager den Vorfall.

Bei der Suche nach des Rätsels Lösung war Tom Quinlan, Chef der Firma R.R. Donelly, behilflich. Die Druckerei, die als Dienstleister für die Veröffentlichung verantwortlich war, habe die Pressemitteilung versehentlich zu früh an die Börsenaufsicht SEC geschickt, hieß es. Google-Chef Larry Page entschuldigte sich während einer Telefonkonferenz für das Versehen und bedauerte das Durcheinander.

Miese Zahlen amateurhaft präsentiert
Für Entsetzen sorgte jedoch ein Blick auf die Ergebnisentwicklung. Google ist im dritten Quartal der Gewinn weggebrochen. Wie die Grafik von Statista illustriert, fiel der Überschuss im dritten Quartal um 20 Prozent auf 2,18 Milliarden Dollar. Grund sind massiv gestiegene Kosten - unter anderem durch die Übernahme des Handyherstellers Motorola. Vor allem die hohen Entwicklungskosten für neue Smartphones mit Googles Betriebssystem Android haben die Gewinne schmelzen lassen.

Besonders missfiel den Marktbeobachtern jedoch, dass Google im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 15 Prozent weniger Geld von seinen Werbekunden für jeden Klick erhielt, den ein Nutzer machte. Werbung ist die wichtigste Einnahmequelle von Google. Das gilt für die hervorgehobenen Links der Suchmaschine, aber immer mehr auch grafische Werbeanzeigen, die überall im Web auftauchen.

Die Prognosen verfehlt

Der Rückgang dürfte eine Folge der verstärkten Nutzung von Smartphones und Tablets sein, auf denen die Tarife für Werbung niedriger sind. Insgesamt aber stieg die Zahl der Klicks auf Anzeigen, die Google Geld brachten, um ein Drittel.

Ohne bestimmte Sonderposten verdiente Google 9,03 Dollar je Anteilsschein. Analysten hatten mit 10,65 Dollar je Dividendenpapier gerechnet. Der Umsatz stieg um 45 Prozent auf 14,1 Milliarden Dollar. 2,6 Milliarden Dollar rührten dabei alleine von der Einbeziehung Motorolas her. Mit den Zahlen verfehlte Google die Schätzungen der Analysten.

Nach Börsenschluss beruhigte sich die Aufregung übrigens wieder. Derzeit notiert das Google-Papier im außerbörslichen US-Handel fast zwei Prozent fester.

tagesschau24 Xetra-Schluss-Bericht vom 21.05.2013

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