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Google Alphabet

Stark wachsendes Neugeschäft Google: Auf der Suche nach neuen Welten

Stand: 27.01.2017, 08:18 Uhr

Der Wandel des Google-Mutterkonzerns Alphabet von der reinen Suchmaschine zum breit aufgestellten Technologiekonzern mit Angeboten im Bereich der künstlichen Intelligenz ist im vollen Gange. Das zeigen eindrucksvoll die neuesten Quartalszahlen.

Zwar sind die Werbeanzeigen im vierten Quartal 2016 mit 22,4 Milliarden Dollar weiterhin die mit Abstand größte Einnahmequelle des Konzerns. Sie sind sogar um 17,4 Prozent gestiegen. Pro Anzeige allerdings sind die Werbeerlöse um 15 Prozent gesunken.

Das hat auch den Gewinnanstieg des Gesamtkonzerns gedämpft. Der ist "nur" um acht Prozent auf 5,33 Milliarden Dollar oder 9,36 Dollar pro Aktie geklettert - auch weil die Steuerbelastung gestiegen ist. Analysten hatten jedoch mit 9,64 Dollar pro Aktie gerechnet. Folglich fiel die Alphabet-Aktie im nachbörslichen Handel um 2,2 Prozent.

Starkes Wachstum in den neuen Geschäftsbereichen

Wenn die Anleger sich da mal nicht irren. Denn Alphabet bleibt ein Zukunftskonzern. Das zeigt das Wachstum in den Bereichen außerhalb des Suchmaschinengeschäfts. So wachsen die neuen Bereiche, zu denen Hardwareangebote, Apps und das Boomgeschäft mit IT-Diensten über das Internet (Cloud) zählen, drei Mal so schnell. Insgesamt schossen hier die Erlöse um 62 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar in die Höhe. Zum Hardwaregeschäft gehören der Thermostat-Anbieter Nest, Pixel-Smartphones und das Angebot Google Home, eine Kombination aus Sprach-Fernbedienung und Lautsprecher. "Wir sehen enormes Potenzial für diese Geschäfte", sagte Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat.

Allerdings sind die neuen Technologien wie das Geschäft mit Glasfaser-Leitungen oder die Entwicklung von Software für selbstfahrende Autos sehr kostenintensiv. Diese Sparten kamen im vergangenen Quartal zusammen auf einen Umsatz von 262 Millionen Dollar - und verbuchten dabei einen operativen Verlust von knapp 1,1 Milliarden Dollar. Dabei machte sich bereits bemerkbar, dass Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat mehr Finanzdisziplin bei den neuen Geschäftsbereichen durchsetzte: Vor einem Jahr hatten sie bei Erlösen von 150 Millionen Dollar operativ 1,2 Milliarden Dollar verloren.

Google Roboter-Auto

Google Roboter-Auto. | Bildquelle: Imago

Künstliche Intelligenz als Wachstumstreiber

Trotzdem wird Alphabet am Ausbau dieser Bereiche festhalten. Dazu gehört vor allem künstliche Intelligenz. "Die Forschung auf diesem Gebiet ist zentral für uns bei Google“, sagte Google-Chef Sundar Pichai im Analysten-Gespräch im Anschluss an die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse in der vergangenen Nacht. "Wir werden weiter in den Bereich investieren, die ersten Zeichen sind vielversprechend.“

Dazu gehören auch sogenannte smarte Assistenten. "Google muss da sein, wo der Nutzer es braucht. Je mehr er mit uns interagiert, desto positiver für uns“, so Pichai. Neues Wachstum erhofft sich der Konzern vom Videoportal Youtube. Dort habe man bislang „nur die Oberfläche“ der Möglichkeiten gestreift, so Finanzchefin Ruth Porat.

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lg

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