Seitenueberschrift

Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein

Trotz Verdoppelung der Gewinne

Goldman: Gut ist nicht gut genug

Stand: 18.04.2017, 15:24 Uhr

Goldman Sachs hat im ersten Quartal seinen Gewinn verdoppelt und will die Dividende auf 75 Cent anheben. Dennoch reagieren die Anleger enttäuscht. Ganz anders bei Bank of America.

Im vorbörslichen Handel rutschen die Goldman-Papiere zeitweise um 3,6 Prozent ab, nachdem sie gestern noch um 1,3 Prozent zugelegt hatten. Seit Jahresbeginn sind sie auf Dollar-Basis um gut drei Prozent gefallen.

Tatsächlich hat Goldman Sachs seinen Rang als weltgrößter Berater im M&A-Geschäft, der Königsdisziplin des Investmentbanking, verteidigt. Auch im Aktienhandel konnte das legendäre Bankhaus seinen Spitzenplatz behaupten. Dennoch profitierte Goldman im Vergleich zu seinen Konkurrenten, allen voran JPMorgan, weniger stark vom Handel an den Finanzmärkten.

Teils stagnierende Erlöse

Im Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen stagnierten die Erlöse bei 1,69 Milliarden Dollar. Im Aktienhandel sind die Einnahmen sogar um sechs Prozent auf 1,67 Milliarden Dollar gesunken. Deutlich besser fallen die Zahlen im klassischen Investmentbanking aus, also dem M&A-Geschäft sowie der Platzierung von Wertpapieren. Hier sind die Einnahmen um 16 Prozent auf 1,70 Milliarden gestiegen. Insgesamt konnte die Bank ihre Einnahmen im ersten Quartal um 27 Prozent auf 8,02 Milliarden Dollar steigern, dank der sprudelnden Erlöse aus dem Handel mit Schuldverschreibungen.

Trotz dieses eher durchmischten Umfelds ist es Goldman gelungen, den Gewinn im ersten Quartal auf 2,26 Milliarden Dollar zu verdoppeln. Die Quartalsdividende soll von 65 Cent auf 75 Cent angehoben werden. Analysten hatten allerdings mit noch besseren Zahlen gerechnet.

Bei Bank of America läufts besser

Deutlich besser sieht es bei der Bank of America aus. Sie hat im ersten Quartal vom regen Handel an den Finanzmärkten und steigenden Zinsen in den USA profitiert. Der Gewinn zum Vorjahreszeitraum machte einen Sprung um 40 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar. Die Erträge wuchsen um sieben Prozent auf 22,2 Milliarden Dollar. Das war mehr als die Analysten erwartet hatten. Die Aktie stieg vorbörslich zunächst um gut ein Prozent.

Wie beim Branchenprimus JPMorgan Chase und der Citigroup entwickelte sich vor allem das Kapitalmarktgeschäft bei der Bank positiv. Die weltweiten politischen Unsicherheiten sorgten dafür, dass Anleger ihre Depots häufiger umschichteten. Geldhäuser verdienen daran über Gebühren. Im Anleihehandel stiegen die Erträge der Bank of America um satte 29 Prozent, im Aktienhandel um sieben Prozent. Durch steigende Zinsen wurde zudem die Kreditvergabe wieder profitabler. Im klassischen Investmentbanking steigerte das Institut seine Einnahmen auf einen Rekordwert von 1,6 Milliarden Dollar ein.

"In der US-Wirtschaft strotzen Verbraucher und Firmen weiter vor Zuversicht, und unsere Resultate spiegeln das wider", erklärte Bankchef Brian Moynihan.

lg

Darstellung: