Seitenueberschrift

Smartphones

Telefone von Gigaset

An der Seite von Samsung, Apple und Co.

Gigaset will eigene Smartphones bauen

Stand: 19.01.2015, 11:29 Uhr

Gigaset ist ein ehemaliger Siemens-Ableger. 2008 hat sich die Festnetzsparte aus dem Konzern herausgelöst. Und nun traut sich der Telefonhersteller als erstes deutsches Unternehmen sogar den kalten Sprung in das Smartphone-Geschäft zu.

Noch in diesem Jahr will der Marktführer bei den Festnetzgeräten laut einem Interview in der "Süddeutschen Zeitung" die ersten Smartphones auf den Markt bringen. Gigaset-Chef Charles Fränkl rechnet sich auf dem hart umkämpften Markt gute Chancen aus. Seine Entscheidung begründet er gegenüber der "Süddeutschen" so: "Letztes Jahr wurden weltweit etwa 60 Millionen neue Schnurlostelefone verkauft. Wir liefern davon immerhin gut ein Drittel aus", erklärte er. "Zur gleichen Zeit wurden aber mehr als eine Milliarde Smartphones vertrieben. Das ist der große Unterschied."

Bei den Handys "made in Germany" will Gigaset-Chef Fränkl eng mit China zusammenarbeiten. Sie werden sie in einem chinesischen Gemeinschaftsunternehmen hergestellt und entwickelt. Partner ist der neue Gigaset-Haupteigentümer Pan Sutong aus Hongkong. Er hält über seine Firma Goldin Fund 68,87 Prozent der Gigaset-Anteile. 2013 war er in das ehemalige Siemens-Unternehmen eingestiegen. Auf die Frage, ob Gigaset überhaupt noch mit seiner Produktion in Bocholt bleibe, sagte Fränkl der "Süddeutschen": "Niemand kann in die Zukunft blicken, aber ich gehe davon aus."

Die zündende Idee nach schwierigen Jahren?

Dem Telekommunikationsunternehmen soll nach eigenen Aussagen zugutekommen, dass die Smartphones in ein bestehendes System eingebettet werden können. So soll man die Festnetztelefonanlage oder das "smart home" damit steuern können. Da könnte Gigaset also womöglich auch mit bereits bestehenden Produkten punkten.

Gigaset hat schwierige Jahre hinter sich. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres konnte das Unternehmen bei rückläufigen Umsätzen den Netto-Verlust von vorher 3,8 auf nun 0,2 Millionen Euro reduzieren. 2008 trat Siemens seine Telefonsparte an den Finanzinvestor Arques ab. Zunächst hieß sie Arques Industries und erst später Gigaset.

Nach Bekanntgabe der Pläne zog die Aktie um rund elf Prozent an. Sie notiert damit bei 0,78 Euro und bleibt immer noch ein Penny-Stock. Dagegen war der Titel um drei Splits bereinigt zu seinen besten Zeiten 2007 noch ganze 35,04 Euro wert.

um

Darstellung: