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Elektronik

Nächtliche Fassade mit Philips Lumileds-Schriftzug, darüber Scheinwerfer eines Audi

Gewinnwarnung drückt Philips-Aktie

Philips auf der Suche nach dem Licht

Stand: 27.01.2015, 09:31 Uhr

Philips hat schon seit einiger Zeit keine lichten Momente mehr. Die heute vorgelegte Bilanz 2014 zeugt davon – und es bleibt schwer für die Traditionsfirma. Philips senkte seine Mittelfrist-Ziele. Anleger reagieren verschnupft, trotz Licht-Spekulationen.

Die Erholung von Umsatz und Marge werde länger dauern als bislang in Aussicht gestellt, kündigte Vorstandschef Frans van Houten am Dienstag in Amsterdam an. Die mittelfristigen Ziele für 2016 sollen nun jeweils um einen Prozentpunkt schwächer ausfallen als zunächst angekündigt.

Auch 2015 bleibt schwierig. Der Umbau wird das niederländische Unternehmen weiter belasten. So soll die Abspaltung der Lichtsparte dieses Jahr allein zu Einmalkosten von 300 bis 400 Millionen Euro führen.

Der 123 Jahre alte Elektronikkonzern spaltet sich im Rahmen des Umbaus in zwei eigenständige Unternehmen auf. Dabei werden Gesundheitstechnik und Konsumelektronik verschmolzen. Der zweite Teil ist die Lichtsparte, die 2016 auf eigenen Füßen stehen soll.

»Wir bleiben beim gesamtwirtschaftlichen Ausblick vorsichtig und stellen uns auf anhaltende Schwankungen in unseren Absatzmärkten ein.«

Philips-Chef Frans van Houten

Russland und China schwächeln

Im vorigen Jahr litt Philips unter schwachen Verkäufen in China und Russland. Währungsbelastungen forderten zusätzlich ihren Tribut. So ging der Umsatz 2014 um knapp drei Prozent auf 21,4 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich blieben 411 Millionen Euro übrig, das sind zwei Drittel weniger als ein Jahr zuvor. Dennoch soll die Dividende bei 80 Cent pro Aktie bleiben.

Philips will seine Sparte, die Komponenten zuliefert, verkaufen und rechnet hier im ersten Halbjahr 2015 mit einem Deal. Für 2016 wird ein Börsengang der Beleuchtungstechnik vorbereitet. Ein Großteil des Elektronik-Bereichs wie das Geschäft mit Fernsehern wurde wegen der kostengünstigeren Konkurrenz aus Asien bereits abgestoßen.

Der Siemens-Rivale will sich stärker auf die Medizintechnik konzentrieren, wo höhere Gewinnmargen winken. Allerdings lief auch dieses Geschäft zuletzt nicht rund.

Philips-Aktie - Dämpfer nach Höhenflug

Die Aktien des niederländischen Technologiekonzerns leiden heute unter Kursverlusten. Philips-Papiere geben am Morgen vier Prozent nach auf 25,50 Euro. Jüngst hatten sie einen kleinen Höhenflug. Spekulationen über einen baldigen Verkauf der Beleuchtungssparte waren wieder aufgeflammt. Laut einem Bericht in der niederländischen Wirtschaftszeitung "Financieele Dagblad" sollen die Beteiligungsgesellschaften KKR und CVC Interesse an der Lichtsparte haben. Den Wert der Sparte taxierte das Blatt auf 9,5 Milliarden Euro. Insider hatten der Nachrichtenagentur Reuters im November gesagt, dass neben KKR und CVC weitere Finanzinvestoren zwischen 2,5 und drei Milliarden Euro für die Philips-Sparte geboten hätten.

bs

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