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Turbulentes Geschäftsjahr
Gewinneinbruch bei Rhön-Klinikum
Der Klinikbetreiber Rhön-Klinikum erlebte 2012 ein Jahr der Rekorde: Die Patientenzahlen erreichten Rekordniveau, der Umsatz stieg in nie erreichte Höhen. Die Anleger sind trotz der Gewinnentwicklung mit den frischen Zahlen zufrieden.
Im frühen Handel notiert das Rhön-Papier in einem schwachen Marktumfeld rund ein halbes Prozent fester und gehört zu den wenigen Gewinnern im MDax. Seit September klebt das Papier ungefähr an der Marke von 15 Euro fest.
Für 2012 wies der Konzern einen Gewinnrückgang von 43 Prozent auf 92 Millionen Euro aus. In Folge des starken Zuwachses an Patienten erzielte Rhön beim Umsatz einen neuen Rekord von 2,86 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von neun Prozent. Im vergangenen Jahr hatten sich 2,5 Millionen in den Einrichtungen des Unternehmens behandeln lassen – ebenfalls ein Rekord.
"Jetzt nicht ausruhen"
Den Gewinnrückgang erklärte das Unternehmen mit einer "Bindung der Managementkapazitäten mit nachteiligen Auswirkungen für das operative Geschäft in Folge der Übernahmeversuche der Fresenius SE." Dies habe sich zusammen mit einmaligen Aufwendungen wie substanziellen Beratungskosten und Personalwechsel im Vorstand negativ ausgewirkt. Auch Probleme im Klinikum Gießen-Marburg haben sich ausgewirkt. Zuletzt hatte Rhön zweimal die Prognose gesenkt.
"Angesichts der durchaus schwierigen Umstände und Rahmenbedingungen im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 ist dies ein ordentliches Zahlenwerk. Aber gewiss keines, auf dem wir uns ausruhen wollen, können oder dürfen", sagte der Vorstandsvorsitzende Martin Siebert.
Schwierige Beteiligungssituation
Während der Übernahmeschlacht sind Konkurrenten wie Asklepios, B. Braun Melsungen und Fresenius bei Rhön eingestiegen. Auch einige der hinter den Sana Kliniken stehenden Versicherungskonzerne dürften Anteile halten. Zudem ist der Hedgefonds-Milliardär John Paulson mit knapp unter fünf Prozent beteiligt. Eine Aufgabe im neuen Jahr wird sein, die neuen Paketaktionäre, die jeweils unterschiedliche Interessen haben und das Management blockieren könnten, auf Kurs zu bringen.
Im laufenden Geschäftsjahr 2013 soll der Konzerngewinn sich auf 110 Millionen Euro verbessern, wie das MDax-Unternehmen mitteilte. Sowohl beim Gewinn wie auch beim operativen Ergebnis erwarten die Franken eine Schwankungsbreite von plus/minus fünf Prozent.
Das sagen Fachleute
Die Resultate für 2012 sowie der Gewinnausblick hätten die Erwartungen leicht verfehlt, sagte ein Händler. Lediglich die Umsatzprognose für 2013 liege im Rahmen der Schätzungen. Analyst Volker Braun von der Commerzbank ist der Ansicht, dass der verhaltene Ausblick von Rhön-Klinikum keinen Grund zur Sorge gebe.
Er belässt seine Schätzungen unverändert und rechnet im Jahresverlauf mit steigenden Unternehmensprognosen. Ein mögliche Kursschwäche bezeichnete der Experte als gute Kaufgelegenheit. Bei einem Kursziel von 19,00 Euro votiert Braun mit "Buy".
Stand: 21.02.2013, 08:47 Uhr
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