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Der Krise getrotzt
Gea und die gute alte Börsenweisheit
Der Maschinenbauer aus dem MDax hat im abgelaufenen Geschäftsjahr der Eurokrise erfolgreich getrotzt. Doch die Anleger wollen das nicht so recht honorieren, sie besinnen sich lieber auf eine alte Börsenweisheit.
Gute Zahlen, die Aktie fällt, alles klar?!
Getreu der alten Börsenweisheit, bei guten Nachrichten zu verkaufen ("sell on good news"), liegt das Papier zur Eröffnung mit einem Abschlag von vier Prozent am MDax-Ende. Im Vorfeld der Zahlenveröffentlichung hatten Investoren allerdings schon kräftig Vorschusslorbeeren verteilt, Marktbeobachter sprechen von Gewinnmitnahmen.
Die Aktie hat noch im Januar bei 27,72 Euro ein neues Fünf-Jahres-Hoch erreicht und steht auch nur knapp unter dem Allzeithoch aus dem Jahr 2007 bei 28,10 Euro. Seit Juni, als die Aktie im Jahrestief knapp unter 20 Euro stand, hat der Kurs damit über 30 Prozent zugelegt.
Knapp unter Erwartungen
Trotz Eurokrise hat Gea im abgelaufenen Jahr nach vorläufigen Zahlen alle wichtigen Umsatz- und Ergebnisgrößen gesteigert. So legten die Erlöse im Gesamtjahr um 5,6 Prozent auf 5,72 Milliarden zu. Auch das um Zukäufe bereinigte operative Ergebnis (Ebit) stieg um 7,1 Prozent auf 562 Millionen Euro.
Damit lag das Unternehmen beim Umsatz knapp unter den Schätzungen von 5,75 Milliarden Euro, beim Ebit aber besser. Hier lag der Konsens bei 548 Millionen Euro. Gleichzeitig berichtet das Unternehmen von einem um 5,2 Prozent gestiegenen Auftragseingang. Der testierte Geschäftsbericht kommt am 11. März.
Keine Nachfrageabschwächung zu erkennen
Im vierten Quartal lag der Umsatz mit 1,47 Milliarden Euro dabei auf Höhe des Vorquartals. "Eine Abschwächung der Nachfrage war also trotz des schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfelds nicht festzustellen", erklärte Firmenchef Jörg Oleas.
Ein zuversichtliches Bild, das durch den Ausblick für das kommende Jahr bestärkt wird. Denn auch für 2013 gehen die Düsseldorfer davon aus, dass die Nachfrage wieder auf dem hohen Niveau des Jahres 2012 liegen wird. Für das Ebita wird daher eine Steigerung auf rund 700 Millionen Euro nach 600 Millionen Euro im Vorjahr angestrebt.
Mitarbeiter bekommen mehr
Oleas schlug in seinem weiteren Kommentar zum Ergebnis durchaus ungewöhnliche Töne an, denn er bedankte sich ausdrücklich bei den Mitarbeitern für das gute Ergebnis. Mehr als das, er kündigte eine Sonderausschüttung in Höhe von fünf Millionen Euro für die Belegschaft an.
Das hätten die Aktionäre wohl sicher auch gerne gehabt. Die Dividende für 2012 bleibt aber unverändert bei 55 Cent je Anteilsschein, vielleicht ein kleiner Wermutstropfen im ansonsten stabilen Zahlenwerk der Gruppe.
Stand: 06.02.2013, 09:05 Uhr