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Industrie

Gasturbine von General Electric

Turbulenter Jahresstart

GE-Chef: Wir schaffen das

Stand: 22.01.2016, 14:31 Uhr

Der US-Mischkonzern General Electric hat im vierten Quartal den Ölpreisverfall zu spüren bekommen und musste einen Rückgang seines operativen Ergebnisses hinnehmen. An den guten Aussichten für 2016 zweifelt Vorstandschef Jeff Immelt aber nicht.

Die ersten Wochen des Jahres seien besonders unberechenbar gewesen, sagte Immelt am Freitag. Wegen des Ölpreis-Verfalls stünden bei vielen Firmen der Branche die Zeichen auf Sparen. Der GE-Chef sprach von einem insgesamt wenig dynamischen Umfeld. Er setzt aber darauf, dass sich die Lage im laufenden Jahr stabilisiere und es genügend Wachstum gebe, von dem der Konzern profitieren könne. Immelt bestätigte deshalb die Prognosen für 2016.

Danach peilt der Konzern ein Umsatzwachstum von zwei bis vier Prozent an, ein Ergebnis pro Aktie von 1,45 bis 1,55 Dollar sowie eine Ausschüttung an die Investoren von 26 Milliarden Dollar.

Im vierten Quartal ging das operative Ergebnis der wichtigen Industriesparte allerdings um acht Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar zurück. Der Umsatz in dieser Schlüsselsparte sank um ein Prozent auf 31,4 Milliarden Dollar. Der Mischkonzern, der unter anderem im Kraftwerksgeschäft, bei der Ausrüstung von Ölkonzernen oder in der Medizintechnik mit Siemens konkurriert, richtet sich zurzeit vor allem auf das Industriesparte aus.

Schwächelndes Industriegeschäft

Die Trennung vom einst so wichtigen Finanzsegment ist fast abgeschlossen und in der vergangenen Woche hatte der US-Konzern den Verkauf der Hausgerätesparte an den chinesischen Konzern Haier für 5,4 Milliarden Dollar bekanntgegeben.

General Electric: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Auch auf das Gesamtjahr bezogen hatte GE mit einem schwächelnden Industriemarkt zu kämpfen. Die Bestellungen sanken um fünf Prozent auf 105,9 Milliarden Dollar, der Umsatz ging um ein Prozent zurück. Trotzdem gelang es dem Konzern, das operative Ergebnis der Industriesparte um drei Prozent auf 15,9 Milliarden Euro zu steigern.

Massiver Stellenabbau bei Alstom

Im September hatte GE hat den Kauf der Energiesparte des französischen Konkurrenten Alstom für 9,7 Milliarden Euro abgeschlossen. Einen Gewinnbeitrag hat die Übernahme bisher nicht gebracht. Seitdem setzen die Amerikaner auf einen drastischen Sparkurs. Vor zehn Tagen kündigte GE an, bei der Energiesparte von Alstom 6.500 Stellen abzubauen, die meisten davon in Baden-Württemberg und der Schweiz.

Bei den Anlegern kommen die Aussagen nicht gut an. Im vorbörslichen Handel ist die GE-Aktie leicht unter Druck geraten, hat die Turbulenzen der ersten drei Börsenwochen dieses Jahres aber besser bestanden als der Leitindex Dow Jones, in dem die Aktien des Unternehmens notiert sind.

lg

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