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Wochenausblick

Hingucker der Woche

Berichtssaison nimmt Fahrt auf

Ganz im Bann der Zahlenflut

Stand: 21.02.2016, 15:12 Uhr

Gleich sechs Dax-Konzerne öffnen kommende Woche ihre Bücher, zudem eine Fülle von Unternehmen aus der zweiten Reihe. Das Programm der kommenden Woche schreibt sich von selbst.

Kann die Börse angesichts der zu erwartenden Zahlenflut ihre jüngste Erholungstendenz in der kommenden Woche fortsetzen? Oder deutet sich nach rund 800 Dax-Punkten Zuwachs zumindest eine Verschnaufpause an, wie bereits zum Wochenschluss gesehen?

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
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Das dürften wohl die entscheidenden Fragen vor einer bewegten Woche sein. "Nach zuletzt rund 800 Punkten Gewinn ist eine technische Korrektur um 250 bis 300 Punkte nötig", hieß es dazu im Bernecker-Börsenbrief "AB-Daily" mit Blick auf die abgelaufene Woche. Positiv sei indes, dass die charttechnische Unterstützungsmarke des deutschen Leitindex bei rund 8.500 Punkten gehalten habe.

Bodenbildung deutet sich an

Zumindest weitere Rückgänge in größerem Ausmaß werden von den meisten Experten nicht erwartet. "Auch wenn die Kurse kurzfristig noch mal unter Druck geraten könnten, spricht einiges dafür, dass der Bodenbildungsprozess größtenteils abgeschlossen ist", schreiben die Analysten der DZ Bank. Helfen sollte dabei ein sich stabilisierender Ölpreis, nachdem die Notierung für das 'schwarze Gold' zuletzt den Takt an den Märkten vorgegeben hat.

Mario Draghi EZB . | Bildquelle: picture alliance / dpa

Auch die Aussicht auf ein entschlossenes Handeln der EZB ab März könnte seine Schatten schon voraus werfen. Nachdem EZB-Chef Mario Draghi die Märkte im Dezember enttäuscht und damit maßgeblich die Verluste an den Aktienmärkten losgetreten hatte, wird im März ein entschlossenerer Draghi erwartet. Auch in Asien wollen die Notenbanken weiter lockern und in Amerika scheinen zumindest unmittelbar keine weiteren Zinserhöhungen auf der Agenda zu stehen.

38 Milliarden Euro Dividende warten auf ihre Empfänger

Hinzu kommt, dass es mit der Dividendensaison langsam ernst wird. Immerhin 38 Milliarden Euro wollen die im H-Dax vertretenen Unternehmen ausschütten, rund 30 Milliarden davon kommt von den Dax-Mitgliedern.

Mit den beiden Aktien der Fresenius-Familie, dem Dividendenschwergewicht Deutsche Telekom, Henkel, Bayer und BASF legen gleich sechs Dax-Konzerne ab der Wochenmitte ihre Jahreszahlen vor. Hinzu kommt Dax-Kandidat ProSiebenSat.1 aus dem MDax sowie zahlreiche andere Firmen aus den Indizes der Deutschen Börse.

Interessant auch der Blick über die Landesgrenzen. Schwergewichte wie die britischen Banken, Axa, Telefonica oder die Swiss Re aus der Schweiz berichten ebenfalls. Allesamt Konkurrenten der Dax-Konzerne und deshalb dürfte ihnen die Aufmerksamkeit des Marktes sicher sein.

Fortuna schüttet ihr Füllhorn aus

Fortuna schüttet ihr Füllhorn aus. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

"Die Ausblicke werden entscheidend sein - sollten die Konzerne wie kürzlich Siemens positiver in die Zukunft blicken, wäre das schon die halbe Miete", sagt Aktienmarkt-Experte Robert Halver von der Baader Bank. Andere Börsianer mahnen allerdings zur Vorsicht: "Der Rückenwind durch die Euro-Schwäche für die Unternehmensgewinne wird bereits im derzeitigen Quartal deutlich abnehmen", heißt es bei der Commerzbank.

Ifo-Index schwächer erwartet

Unter den Konjunkturdaten hierzulande ragt der Ifo-Geschäftsklimaindex für den Februar heraus. Jens Kremer von der NordLB rechnet mit eingetrübten Ifo-Geschäftserwartungen. Unter dem Strich drohe dem verlässlichsten Stimmungsindikator für die hiesige Wirtschaft im Februar der dritte Rückgang in Folge. "Auf dem derzeit noch hohen Niveau ist das zwar nicht dramatisch, sehr wohl aber ein Warnsignal", so der Experte.

Mit dem GfK-Konsumklimaindex am Donnerstag wird darüber hinaus ein weiterer wichtiger Stimmungsindikator veröffentlicht. Beachtung werden zu Wochenbeginn auch die europäischen Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe und Dienstleistungen finden.

Zahlreiche US-Daten

Prozentzeichen vor USA-Karte

Zinsentwicklung in den USA. | Bildquelle: colourbox.de, Montage: boerse.ARD.de

Auch in Amerika gibt es gleich am Montag Einkaufsmanagerdaten. Hinzu kommt am Dienstag das wichtige Verbrauchervertrauen sowie Daten vom Hausmarkt. Am Donnerstag stehen neben den wöchentlichen Daten vom Arbeitsmarkt dann die Auftragseingänge langlebiger Güter im Blick der Börse. Und am Freitag gibt es die zweite BIP-Veröffentlichung, das Konsumklima der Uni Michigan und die Realeinkommen.

All diese Daten werden daraufhin abgeklopft, ob und bis wann die Fed ihre angekündigten Zinserhöhungen verschieben wird oder nicht. Dazu passt, dass sich auch mehrere Fed-Vertreter in der kommenden Woche äußern werden. So der Vize-Chef der Fed Stanley Fisher und der Präsident der Fed of Atlanta, Dennis Lockhart.

rm

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