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Industrie

Rote Osram-Schriftzüge

Ergebnisprognose lässt Aktie klettern

Für Osram wird es heller

Stand: 18.01.2016, 15:32 Uhr

Oft stand die Aktie der ehemaligen Siemens-Sparte Osram im MDax noch nicht im "Lampen-Licht". Doch am Montagnachmittag ist es soweit. Nach einer Unternehmensmitteilung zum aktuellen Geschäftsjahr zieht der Titel kräftig an.

Anleger haben offenbar hungrig auf irgendwelche positive Nachrichten vom Unternehmen gewartet. Denn die neuen Aussagen zum Geschäftsjahr 2015/16 lassen den Titel um fast zehn Prozent auf 39 Euro anziehen. Damit ist Osram mit relativ überraschend der einzige MDax-Titel, der im laufenden Börsenjahr überhaupt im Plus ist.

"Mehr" statt "weniger"

In nackten Zahlen ist die Aussage zur operativen Ergebnis-Marge (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, Ebitda, im Verhältnis zum Umsatz) eigentlich nicht so spektakulär. Das Unternehmen rechnet nach dem ersten Quartal des Geschäftsjahres mit einer Marge von mehr als acht Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen mit einer Ebitda-Marge "deutlich unter dem Wert" des Vorjahres gerechnet, der hatte bei 10,2 Prozent gelegen.

Im abgelaufenen Quartal allerdings hatte diese Ergebnis-Kenngröße bei 11,8 Prozent gelegen, das macht Hoffnung darauf, dass die neue Schätzung sehr konservativ sein könnte. Beim Umsatz hatte man am Markt wohl eher mit einem Rückgang gerechnet - auch das ist im Berichtsquartal nicht eingetreten, denn die Erlöse übertrafen mit 1,477 Milliarden Euro sogar leicht den Vorjahreswert.

Alle Sparten gut in Form

Wohlwollend wird am Markt auch zur Kenntnis genommen, dass alle Bereiche des Unternehmens offenbar im Wachstumsmodus sind. Dies gilt nach Unternehmensangaben vor allem für die Segmente Specialty Lighting (SP) und Opto Semiconductors (OS), die von einer starken Nachfrage auf dem nordamerikanischen, aber auch dem chinesischen Automobilmarkt profitieren. Nicht zuletzt habe auch das Segment Lamps (LP) eine erfreuliche Umsatzentwicklung verzeichnet.

LED-Chips statt Glühbirnen

Diese eher traditionelle Lampensparte hat Osram zum Verkauf gestellt. Sie firmiert seit wenigen Tagen unter dem Namen Ledvance. Das Unternehmen will sich stärker auf Halbleiter-Produkte fokussieren. Dafür will man eine Milliarde Euro in ein Werk in Malaysia investieren. Zwei Milliarden Euro sollen in Forschung und Entwicklung fließen. Die entsprechende Mitteilung, garniert mit einer deutlich eingetrübten Geschäftsprognose, hatte die Osram-Aktie im November von 54 auf 37 Euro nach unten geprügelt. Zweifel an der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens waren laut geworden, Analysten hatten ihre Prognosen reihenweise gesenkt.

Nun könnten die Experten ihre Anlageurteile zum Titel womöglich erneut überdenken. Mehr Zahlen zum abgelaufenen Quartal will das Unternehmen am 3. Februar vorlegen.

AB

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