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Fahrradbranche

Eine Mitarbeiterin justiert Bauteile an einem Fahrrad im Mifa-Werk Sangerhausen

Kein Geld aus Indien

Mifa meldet Insolvenz an

Stand: 29.09.2014, 14:02 Uhr

Für Finanzinvestor Carsten Maschmeyer dürfte es nach der Hochzeitsfeier mit Veronica Ferres ein böses Erwachen geben. Ihm drohen bei Mifa hohe Verluste. Der angeschlagene Fahrradbauer hat am Montag einen Insolvenzantrag gestellt.

Traurige Nachricht für die Mifa-Mitarbeiter, -Aktionäre und -Anleihenbesitzer: Der Fahrradhersteller aus Sangerhausen in Sachsen-Anhalt ist pleite. Am Mittag gab Mifa bekannt, beim Amtsgericht Halle Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt zu haben. Das operative Geschäft bleibe davon unberührt und laufe wie geplant weiter. Nun soll die Restrukturierung des Unternehmens mit den rund 600 Mitarbeitern in Eigenregie des Managements fortgesetzt werden.

Inder lassen Mifa im Regen stehen

Carsten Maschmeyer und Veronica Ferres

Glück in der Liebe, Pech im Beruf: Maschmeyer mit Veronica Ferres. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Als Grund für den Insolvenzantrag nannte Mifa die geplatzte Vereinbarung mit dem indischen Unternehmen Hero Cycles zum Schuldenschnitt. Die Inder hatten sich nach monatelangen Verhandlungen bereit erklärt, mit mindestens 15 Millionen Euro bei der Mifa einzusteigen. Doch laut "Handelsblatt" sei bisher kein einziger Euro am Mifa-Sitz in Sangerhausen (Sachsen-Anhalt) angekommen. Währenddessen entstehe momentan in Indien eine weitere Fabrik von Hero, die das Know-How aus Ostdeutschland nutze. Ein enttäuschter Mifa-Manager glaubt gar, dass die deutsche Mifa-Fabrik bewusst ausspioniert und kopiert worden sei.

Mifa Anleihe 13/18: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Am Montagmorgen hatte die Mifa bereits gewarnt, dass ein Verlust die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt habe. Das Eigenkapital im ersten Halbjahr werde nach derzeitiger Einschätzung negativ sein. Der Vorstand werde aus diesem Grund unverzüglich eine Hauptversammlung einberufen.

Aktie stürzt ab

Die Mifa-Aktie steht am Montag massiv unter Druck. Bis zum frühen Nachmittag bricht sie um rund 36 Prozent ein und mutiert zum Pennystock. Seit Jahresbeginn ist der Titel von knapp sieben Euro auf nun 73 Cents abgesackt.

Schon einmal stand die Mifa kurz vor der Insolvenz. Damals verhinderte Carsten Maschmeyer mit einer Finanzspritze die vorzeitige Pleite. Ein zweites Mal wird er das wahrscheinlich nicht tun.

nb

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