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Pharma

Stephan Sturm (l.) und Ulf Schneider

Wechsel an der Spitze

Fresenius-Chef Schneider geht zu Nestlé

Stand: 27.06.2016, 19:00 Uhr

Nach 13 Jahren an der Spitze des Gesundheitskonzerns Fresenius verlässt Ulf Schneider den Konzern und übernimmt den Chefposten bei Nestlé. Der Stabwechsel bei Fresenius findet bereits zum 1. Juli statt. Die Aktie des Bad Homburger Unternehmens aus dem Dax fiel mit dem Markt.

Zwar hatte der Gesamtmarkt am Montag wohl vor allem mit möglichen Nachbeben nach dem Brexit in der vergangenen Woche zu kämpfen. Dennoch kam die Meldung vom Chef-Wechsel bei den Bad Homburgern am Morgen überraschend und sorgte für Nervosität bei den Titel von Fresenius und auch bei der ebenfalls im Dax notierten Tochter FMC.

Ausscheiden auf eigenen Wunsch - Wechsel zu Nestlé

Schneider, der seit 13 Jahren im Amt war und mit 50 Jahren durchaus noch nicht reif fürs Rentnerdasein erscheint, scheide "auf eigenen Wunsch" aus dem Unternehmen aus, so Fresenius per Ad-hoc-Mitteilung.

Logo des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé vor der Hauptverwaltung in Vevey

Nestlé-Hauptverwaltung in Vevey. | Quelle: picture-alliance/dpa

Die Begründung für den überraschenden Abgang kam dann erst nach Börsenschluss: Ulf Schneider wird keinesfalls Frührentner, sondern wird ab Anfang 2017 den Schweizer Nahrungsmittel-Multi Nestlé führen. Er folgt dem bisherigen Firmenchef Paul Bulcke nach, der Ende 2016 zurücktritt. Bulcke soll auf der Generalversammlung im Frühjahr 2017 zum Verwaltungsratschef gekürt werden.

Stephan Sturm übernimmt das Ruder

Der "Neue" an der Fresenius-Konzernspitze wird Finanzvorstand Stephan Sturm. Mit Sturm wechselt ein gelernter Investmentbanker an die Spitze des Dax-Unternehmens. Der 52jährige Manager ist allerdings auch bereits seit 2005 in den Diensten von Fresenius, hatte davor allerdings das Investmentbanking bei Credit Suisse First Boston in Deutschland und Österreich geleitet.

Wohl auch um die Gemüter am Montag zu beruhigen, bekräftigten Fresenius am Morgen den Ausblick für das Gesamtgeschäftsjahr 2016. Sein Ergebnis will der Konzern weiterhin um acht bis zwölf Prozent steigern, den Umsatz währungsbereinigt um sechs bis acht Prozent.

Zahlen gut, Aktie solide

Fresenius und FMC hatten vor wenigen Wochen gute Quartalsergebnisse vorgelegt. Bei der Konzernmutter hatte der Umsatz um sieben Prozent auf 6,9 Milliarden Euro zugelegt, der bereinigte Gewinn stieg um 24 Prozent auf 362 Millionen Euro.

Die Fresenius-Aktie hatte sich im ersten Halbjahr 2016 besser als der Dax aus der Affäre gezogen und auch den Brexit-Crash recht glimpflich überstanden. Am Montag verlor die Aktie ine inem schwacghen gesamtmarktumfeld 2,67 Prozent und schloss bei 61,94 Euro. Das Nestlé-Papier verlor heute an der Schweizer Heimtabörse in Zürich knapp 0,8 Prozent.

AB/rm

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150 Jahre Nestlé

Vom Wohltäter zum Lebensmittel-Multi

Unternehmensgründer Henri Nestlé

Unternehmensgründer Henri Nestlé

Der eigentliche Gründungsvater des Schweizer Nahrungsmittelkonzerns war… ein Deutscher. Der Frankfurter Apotheker Heinrich Nestle wanderte Mitte des 19. Jahrhunderts in die Schweiz aus. In Vevey am Genfer See tüftelte er an einem Mittel für Säuglinge, die nicht gestillt werden konnten. So erfand er das "farine lactée", das so genannte Kindermehl, eine Kombination aus Kuhmilch, Weizenmehl und Zucker.

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