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Aktien

Verkaufspanik bei FMC

Fresenius Medical Care: Das ist Börsendramatik pur!

Das erlebt man bei einer Dax-Aktie nicht alle Tage. Und schon gar nicht bei einer Dax-Aktie, die viele Anleger wegen ihres defensiven Charakters schätzen: Fresenius Medical Care (FMC) brechen im frühen Geschäft zeitweise um mehr als zehn Prozent ein.

Bis auf 48,75 Euro geht es kurz nach Börsenauftakt für FMC runter. Damit werden binnen weniger Minuten mehr als 1,6 Milliarden Euro Börsenwert vernichtet. Am Vortag haben Titel von FMC noch bei 54,44 Euro geschlossen.

Der Kurseinbruch der FMC-Aktie geht naturgemäß auch an den Papieren des Mutterkonzerns Fresenius nicht spurlos vorüber. Mit einem Kursminus von bis zu 4,9 Prozent auf 90,81 Euro sind sie der zweitgrößte Dax-Verlierer. Fresenius ist zu 31,2 Prozent an FMC beteiligt.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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USA planen "dramatische" Einschnitte

FMC Fresenius Medical Care Dialyse 1408. | Quelle: Unternehmen

Diese in ihren Ausmaßen wirklich beachtliche Verkaufspanik hat einen gewichtigen fundamentalen Grund: Das US-Gesundheitsministerium gab am Montagabend bekannt, es wolle die Erstattungsbeiträge für die Behandlung von Dialysepatienten von 2014 an um etwa 9,4 Prozent kürzen.

Ein Sprecher des deutschen Dialyse-Spezialisten Fresenius Medical Care in den USA bezeichnete die geplanten Einschnitte als "dramatisch". Es könne sein, dass die Dialyse-Zentren dann nicht mehr kostendeckend arbeiten könnten.

Noch ist nicht alles verloren

Doch Anleger haben noch zwei Strohhalme, an die sie sich klammern können: Erstens: Die Pläne des US-Gesundheitsministeriums sind noch nicht in Stein gemeißelt, zunächst soll es zu einer öffentlichen Anhörung kommen.

Zweitens: Der Kursverfall der FMC-Aktie hat bei 48,75 Euro ein vorläufiges Ende gefunden. Sollte die Aktie nicht unter die markante Unterstützung bei 47,79 Euro (Januar-Tief) fallen, so wäre aus technischer Sicht noch nicht alles verloren.

Die FMC-Bullen könnten die Chance zur Ausbildung eines Doppel-Tiefs nutzen. In einem solchen Falle müssten wir allerdings spätestens morgen eine deutliche Gegenreaktion erleben. Das extreme Abwärts-Gap (54,44 auf 49,80 Euro) mahnt allerdings zur Vorsicht.

ag

Stand: 02.07.2013, 10:10 Uhr

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