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Gesundheit

Fresenius-Firmensitz in Bad Homburg

Licht und Schatten in den Jahreszahlen

Fresenius brummt, FMC stellt nicht zufrieden

Stand: 24.02.2016, 10:33 Uhr

Ganz unterschiedlich reagieren Anleger am Mittwoch auf die Zahlen aus der Fresenius-Familie. Während der Mutterkonzern einen Rekordgewinn für das Jahr 2015 präsentierte, rangelt die Tochter FMC mit klagewilligen Kunden.

Eine anstehende Vergleichszahlung an US-Kläger, die ein Dialysemittel beanstanden, wird Fresenius Medical Care (FMC) wohl mit 250 Millionen Dollar belasten. Sie ist dafür verantwortlich, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Gewinnrückgang um zwei Prozent auf 1,03 Milliarden Dollar verbuchen musste.

Die Erlöse stiegen 2015 um sechs Prozent auf 16,7 Milliarden Euro. Fresenius, das einen Großteil seines Geschäfts in den USA mit Dialysekliniken, -geräten und -dienstleistungen macht, bilanziert traditionell in Dollar.

Dividende trotzdem höher

Da FMC nach ersten Kommentaren von Analysten sowohl beim Ergebnis als auch beim Umsatz leicht unter den Konsensschätzungen lag, dürfte die Aktie am Morgen in einem ohnehin geschwächten Marktumfeld deutlich im Minus starten. Da hilft es auch erst einmal nicht, dass das Unternehmen trotz des Gewinnrückgangs die Dividende um drei Prozent auf 0,80 Euro je Aktie anheben will.

Fresenius: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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67,61
Differenz absolut
0,82
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+1,23%
FMC
FMC: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
77,14
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1,41
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+1,86%

Am bisherigen Ausblick auf das laufende Jahr hält FMC fest, danach soll der Umsatz um sieben bis zehn Prozent, das Ergebnis um 15 bis 20 Prozent steigen.

Fresenius deutlich robuster

Beim Mutterkonzern Fresenius, der wie FMC im Dax notiert, hat das Wachstum dagegen in keiner Hinsicht einen Knick bekommen. Das Unternehmen aus dem hessischen Bad Homburg konnte im vergangenen Jahr sogar einen Rekordgewinn von 1,4 Milliarden Euro verbuchen, dies entspricht einer Steigerung um 31 Prozent. Fresenius will seine Dividende für das abgelaufene Jahr von 0,44 auf 0,55 Euro je Aktie anheben.

Vor allem die guten Geschäfte und die günstigen Währungseinflüsse im Dollarraum sorgten hier für üppige Steigerungsraten. Das schlug sich auch auf der Umsatzseite nieder: Fresenius steigerte die Erlöse um 19 Prozent auf 27,6 Milliarden Euro.

Und die Wachstumsstory von Fresenius geht eher ungehemmt weiter: Währungsbereinigt soll der Umsatz um sechs bis acht Prozent steigen. In der Langfristplanung bis 2019 traut sich das Unternehmen Erlöse zwischen 36 bis 40 Milliarden Euro und einen bereinigten Gewinn von zwei bis 2,25 Prozent zu.

Die Mutter hat langfristig die bessere Aktie

Die Fresenius-Aktie schlägt sich deshalb am Morgen deutlich besser als die von FMC. In der Langfrist-Perspektive hat die Mutter die Tochter ebenfalls abgehängt, auf Sicht von drei Jahren hat das FMC-Papier um 45 Prozent zu gelegt, das von Fresenius aber mit 90 Prozent glatt doppelt so stark.

AB

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