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Höhere Dividende lässt Anleger kalt

Freenet kauft TV-Geschäft

Stand: 03.03.2016, 09:41 Uhr

Freenet zahlt mehr Dividende, verspricht mehr Gewinne - und doch bleiben Investoren heute auf der Hut. Denn der Mobilfunkanbieter hat bei Vorlage seiner Jahresbilanz den Kauf von Media Broadcast bekannt gegeben. Ob das ein guter Deal ist?

Freenet will den TV-Dienstleister Media Broadcast für rund 295 Millionen Euro kaufen. Schon im April, sofern die Kartellbehörden da mitmachen. Strategisch klingt die Übernahme durchaus plausibel. Denn damit holt sich Mobilfunkanbieter Freenet TV-Inhalte ins Haus, die er seinen Kunden für zu Hause und fürs Smartphone anbieten kann.

Media Broadcast produziert Fernseh- und Radioinhalte und überträgt sie über Internet sowie Kanäle wie DVB-T, DVB-T2 und DAB+ zu den Konsumenten. Nach eigenen Angaben betreut das Unternehmen rund 750 Geschäftskunden, darunter private und öffentlich-rechtliche Rundfunkveranstalter, Kabelnetzbetreiber sowie private Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Die Übernahme umfasst alle Geschäftsbereiche außer der Satellitensparte.

Zudem hat sich Freenet mit 25 Prozent an dem Münchner Unternehmen Exaring beteiligt, das eine Plattform für Unterhaltungsangebote betreibt.

Neue Erlösquellen, mehr Wachstum

Durch das neue Geschäftsfeld will sich Freenet breiter aufstellen und neue Wachstumspotenziale und Erlösquellen erschließen. Das im TecDax notierte Unternehmen erhöhte wegen des Zukaufs sogar seinen Ausblick fürs laufende Jahr. 2016 soll das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) nun statt auf 375 Millionen Euro auf etwas über 400 Millionen Euro steigen.

Zudem legt Freenet bei der Dividende was drauf. Für 2015 soll die Ausschüttung um fünf Cent auf 1,55 Euro je Aktie steigen. Und für 2016 stellte der Vorstand eine Aufstockung auf 1,60 Euro in Aussicht.

Freenet-Aktie im Minus

Doch Investoren ließen sich davon heute nicht locken. Die Aktie verliert am Donnerstagmorgen 0,8 Prozent. Gleichwohl gab es positive Stimmen von der Börse. Die Dividendenerhöhung signalisiere, dass der Großteil der Übernahme mit Schulden finanziert werden dürfte, sagte ein Händler. Daher sollte auch die Akquisition des TV-Dienstleisters vermutlich eher positiv gewertet werden. Allerdings müsse sich erst noch ein Urteil über das Übernahmeziel gebildet werden.

Laut vorläufiger Zahlen verdiente Freenet im vergangenen Jahr vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) rund 370 Millionen Euro und damit gut ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz legte 2,5 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro zu. Die Zahl der Kunden wuchs von 8,9 auf 9,3 Millionen. Dabei entfiel der Großteil des Zuwachses auf die besonders wichtigen Vertragskunden.

bs

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