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Luftfahrt

Fraport-Chef Stefan Schulte

Ausblick gefällt nicht

Fraport sorgt sich um die Türkei

Stand: 16.03.2016, 16:15 Uhr

2015 war ein gutes Jahr für den Frankurter Flughafenbetreiber aus dem MDax. Aber vor allem Fraports Geschäft auf dem großen türkischen Touristenflughafen Antalya droht sich abzuschwächen.

Und dieser Ausblick ist es mal wieder, der an der Börse für Missstimmung sorgt. Die Fraport-Aktie gehört auch am Nachmittag gegen den Markttrend weiter zu den größten Verlierern im MDax. Das Papier verliert derzeit satte acht Prozent. Firmenchef Stefan Schulte erwartet in seinem Kommentar eine "rauere See" im laufenden Jahr 2016.

Vor allem der wichtige Konzernflughafen Antalya bereitet ihm Sorge. Denn die politischen Verhältnisse im Urlaubsland Türkei trüben sich ein, so dass von einer negativen Entwicklung für Antalya auszugehen sei. Russische Passagiere kommen schon nicht mehr. Sie stellen einen beträchtlichen Teil der 27,5 Millionen Passagiere in Antalya. Auch in St. Petersburg und in Bulgarien lief es nicht so gut. Schulte rechnet daher damit, dass das operative Ergebnis (Ebitda) im laufenden Jahr nur noch um 3,5 Prozent wachsen wird nach sieben Prozent im Jahr 2015.

2015 war ein guter Jahrgang

Angesichts dieser Aussichten rückt das eigentliche Zahlenwerk für 2015 in den Hintergrund. Es liest sich aber trotzdem nicht schlecht und zeigt, dass 2015 ein Jahr war, in dem wichtige Weichenstellungen vorgenommen wurden. Vor allem der Baubeginn des neuen Terminal 3 in Frankfurt sowie neue Konzessionen für den Betrieb von 14 griechischen Regionalflughäfen seien erwähnt.

Spiegelnder Schriftzug Frankfurt Airport

Flughafen Frankfurt. | Quelle: colourbox

Bei einem um 2,5 Prozent auf 61 Millionen Passagiere allein in Frankurt gesteigerten Kundenaufkommen legte der Konzernumsatz der Fraport um 8,4 Prozent auf 2,58 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg um 7,4 Prozent auf 848,8 Millionen Euro zu, das Ebit um 7,8 Prozent auf 520,5 Millionen Euro. Das Konzernergebnis erhöhte sich nach Minderheiten um 17,8 Prozent auf 297 Millionen Euro. Das sind keine schlechten Zahlen, trotzdem soll die Dividende unverändert bei 1,35 Euro bleiben. Damit werden 45,1 Prozent des Konzernergebnisses ausgeschüttet.

Sowohl mit der Entwicklung auf dem Hauptflughafen Frankfurt als auch mit den meisten Auslandsflughäfen zeigte sich Schulte zufrieden. Für Frankfurt wird 2016 ein Passagierzuwachs von einem bis drei Prozent erwartet. Unter den Geschäftsbereichen lief es bei den Flughafen-Shops und den Parkeinnahmen besonders gut. Der Umsatz des Bereiches Retail & Real Estate legte um fast ein Drittel zu. Erstmals voll konsolidiert wurden die 2014 unterjährig erworbenen Konzern-Gesellschaften AMU Holding (USA) und Aerodrom Ljubljana (Slowenien).

Aktie ohne klaren Trend

Obwohl Fraport bereits im Vorjahr eine Gewinnsteigerung in Aussicht gestellt hatte, waren die Anleger in den vergangenen zwölf Monaten vorsichtig. Die Fraport-Aktie tendiert im Zick-Zack seitwärts ohne einen klaren Trend. Jahreshoch war im Mai bei 62,30 Euro, das Jahrestief lag knapp im Februar knapp unter 50 Euro.

rm

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