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Retter in der Not

Frankreich prüft Einstieg bei Peugeot

Der französische Staat könnte beim angeschlagenen französischen Autobauer PSA Peugeot Citroën einsteigen. Offenbar gibt es dazu konkrete Überlegungen in Paris. Hintergrund für die Spekulationen sind Milliardenverluste und der starke Kursverfall.

Peugeot Onyx Concept auf der  'Mondial de l'Automobile' in Paris

Peugeot-Zukunftsauto Onyx

Einen Tag nach der Bekanntgabe eines weiteren Milliardenverlusts durch das Unternehmen bezeichnete Budgetminister Jérôme Cahuzac eine Kapitalbeteiligung als "möglich". Er verwies dabei auf den staatlichen Investitionsfonds FSI. Die Option wäre das letzte Mittel, wenn der Konzern seine steigenden Verluste nicht selbst bewältigen könne, schreibt die „Liberation“.

Zahlungsfähigkeit nicht gefährdet

Der PSA-Konzern hatte am Abend mitgeteilt, in der Bilanz für das Jahr 2012 neue Abschreibungen in Höhe von rund 4,1 Milliarden Euro zu verbuchen. Der Autohersteller kappte nach eigenen Angaben den Buchwert seiner Anlagen und weiterer Posten um fast ein Drittel. Grund seien neue Bilanzierungsregeln sowie die schwindende Hoffnung auf eine baldige Erholung der Branche. Das von der Absatzkrise in Europa schwer getroffene Unternehmen steht damit vor einem Rekordverlust. Die Zahlungsfähigkeit sei jedoch nicht gefährdet, hieß es. Der größte Teil der Abschreibungen (3,98 Milliarden Euro) betrifft die Autosparte. Einzelheiten sollen am 13. Februar bekannt gegeben werden. PSA hat immense Absatzschwierigkeiten insbesondere in Südeuropa. Die Verkaufszahlen waren im vergangenen Jahr weltweit um 16,5 Prozent eingebrochen.

Kooperation mit Opel

Um Kosten einzusparen und höhere Verkaufszahlen zu erreichen, haben die Franzosen und die General-Motors-Tochter Opel eine weitreichende Zusammenarbeit bei der Fahrzeugentwicklung vereinbart. Dabei gibt der Rüsselsheimer Autobauer zwei wichtige Fahrzeugprojekte in die Hände seines Partners. Zwei neuen Plattformen - eine für kompakte Familienwagen in der Größe des Opel Zafira und eine für Autos im Segment des erfolgreichen Opel Meriva - sollen auf der Technologie von PSA basieren. Die Franzosen gelten als besonders erfahren beim Bau von Großraum-Pkw. Im Kleinwagen-Segment des Opel Corsa wollen die beiden Partner gemeinsam den Unterbau für Modelle mit geringem CO2-Ausstoß entwickeln.

Aktie auf Berg- und Talfahrt

An der Börse lösten die Zahlen und Spekulationen unterschiedliche Reaktionen aus. Nach Bekanntwerden der Milliardenabschreibung geriet die Aktie von PSA Peugeot Citroën zunächst unter Druck und notierte zeitweise 2,5 Prozent im Minus. Doch seitdem über eine Staatsbeteiligung spekuliert wurde, greifen die Anleger zu. Das Papier notiert in Frankfurt zeitweise 4 Prozent höher, in Paris rund ein Prozent.

Stand: 08.02.2013, 10:20 Uhr

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