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Logistik

Milliarden-Fusion

FedEx greift in Europa an

Stand: 07.04.2015, 10:35 Uhr

Nach der geplatzten Übernahme durch UPS vor zwei Jahren hat der kränkelnde niederländische Paketdienst TNT Express nun einen anderen Käufer gefunden: FedEx. Die Amerikaner bieten acht Euro je TNT-Aktie.

Damit wird TNT Express mit 4,4 Milliarden Euro bewertet. Das TNT-Management empfiehlt seinen Aktionären die Annahme der Offerte. Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2016 abgeschlossen werden. Beide Konzerne sind zuversichtlich, die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden zu bekommen. Mit einer Übernahme des wesentlich kleineren Rivalen der Deutschen Post würde FedEx seinen Paketdienst in Europa ausbauen können.

TNT Express sollte schon einmal von einem US-Paketdienst übernommen werden. Im Januar 2013 hatte die EU-Kommission die 5,2 Milliarden Euro schweren Fusionspläne zwischen UPS und TNT allerdings gestoppt, weil sie Gefahren für den Wettbewerb in Europa sah.

Seit Jahren rote Zahlen

Nun wollen es die Niederländer mit dem Konkurrenten FedEx versuchen. TNT schreibt seit Jahren rote Zahlen und hat es bisher trotz massiver Stellenstreichungen nicht geschafft, die Turbulenzen zu überwinden. Allein im vergangenen Jahr summierte sich der Verlust auf 195 Millionen Euro, der Umsatz ging um drei Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zurück. Im Februar hatte Firmenchef Tex Gunning deshalb vor einem "herausfordernden Übergangsjahr 2015" gewarnt. Das Marktumfeld in Westeuropa werde von hohem Konkurrenzdruck feprägt.

Deutsche Post: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Geplant ist, die Kosten weiter zu senken. Mit neuen Computersystemen und anderen Änderungen will TNT das Geschäft wieder rentabel machen. Der Umbau kostet allerdings zunächst eine dreistellige Millionensumme. Die TNT-Führung will bis zum Jahr 2017 zwischen 800 und 900 Millionen Euro investieren, damit künftig ein größerer Teil der Umsätze als Gewinn hängenbleibt.

Aktie macht Freudensprung

Die um Sondereffekte bereinigte operative Marge soll damit im Europageschäft auf vier bis fünf Prozent, im internationalen Geschäft auf acht bis zehn Prozent steigen. Gunning will diese Ziele bis zu den Jahren 2018/2019 erreichen. Im vergangenen Jahr lag die bereinigte Marge bei gut drei Prozent.

Nach dem Absturz der TNT-Aktie im Dezember auf ein historisches Tief von 4,41 Euro pendelte die TNT-Aktie zuletzt um die Marke von sechs Euro. Am Morgen machte das Papier einen Freudensprung von gut 30 Prozent. Auch das Papier des heimischen TNT-Konkurrenten Deutsche Post kommt deutlich voran und gehört mit einem Plus von zuletzt 1,8 Prozent zu den stärksten Werten im Dax.

lg

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