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So schön kann Krise sein!?

Fed macht Rekordgewinn

von Thomas Spinnler

Fed-Chef Ben Bernanke darf sich als Überbringer guter Nachrichten fühlen. Das ist bei seinem Job zumindest nicht alltäglich. Die Fed hat jüngst einen Rekordbetrag ans US-Finanzministerium überwiesen, aber so ein richtiger Zusatzgewinn ist das trotzdem nicht.

Dollarschein Bernanke FED Notenbank

Der Herr der Scheine: Fed-Boss Ben Bernanke

Die US-Notenbank Federal Reserve hat im vergangenen Jahr die Rekordsumme von 88,9 Milliarden Dollar zum US-Haushalt beigetragen. Diese Summe sei dem Finanzministerium überwiesen worden, teilte die Zentralbank mit. Die hohen Gewinne seien überwiegend auf die enormen Besitztümer an Sicherheiten zurückführen, hieß es.

Ein willkommener Scheck

Vor allem das Immobilien-Portfolio habe einen großen Beitrag geleistet, so die Fed. Zudem waren die Preise für US-Bonds im vergangenen Jahr in Rekordhöhen geschossen und Beteiligungen an Firmen in Folge von Rettungsaktionen in der Finanzkrise zahlten sich aus. Die Summe für 2012 übertrifft den bisherigen Rekordwert von 2010 deutlich. Damals waren 79,3 Milliarden Dollar überwiesen worden.

Die US-Regierung ist an die Schecks der Fed seit langem schon gewöhnt. Seit 1934 überweist die Notenbank jedes Jahr einen Gewinn an die US-Regierung – wenn auch nicht immer in solch imposanten Höhen.    

Die Finanzkrise als Bombengeschäft?

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Erst vor einem Monat war bekannt geworden, dass die US-Regierung durch Platzierung von AIG-Aktien deutlich mehr als 20 Milliarden Dollar eingenommen hat. Die USA hatten den Konzern in der Finanzkrise im Jahr 2008 mit Garantien und Kapitalhilfen in Höhe von insgesamt 182 Milliarden Dollar vor dem Untergang bewahrt.

Der Eindruck, die Finanzkrise sei deshalb insgesamt ein blendendes Geschäft für die US-Staatskasse und damit für die Bürger, dürfte trotzdem in die Irre führen. Es wurden durch die Rettung die falschen Anreize für die Finanzbranche gesetzt, die zukünftig davon ausgehen darf, im Zweifel gerettet zu werden. Schließlich entpuppe sich das mittelfristig ja auch noch als ausgezeichnetes Geschäft, könnten Befürworter behaupten. Warum also nicht einfach weiter machen wie bisher?

Linke Tasche, rechte Tasche

In dieser Rechnung sind die Kosten, die durch den Einbruch der US- und Weltwirtschaft verursacht worden ebenso wenig enthalten wie das Vermögen, das durch den Einbruch am immer noch schwachen US-Immobilienmarkt verbrannt worden ist. Folgekosten, die beispielsweise durch die krisenbedingt massiv gestiegenen US-Arbeitslosenzahlen verursacht werden, sind ebenfalls nicht inbegriffen. Der Vertrauensschaden ist ferner unbezifferbar.

Die Bilanz der US-Notenbank

Aber: Was wie ein willkommenes Geschenk aussieht, ist nach Ansicht der "New York Times" eigentlich eher so eine Art Taschenspielertrick. Die Zinszahlungen sind die Hauptquelle des Gewinns. Da die Fed überwiegend Schuldtitel der US-Regierung halte, empfängt sie auch überwiegend Überweisungen von ihr. Durch die Rückgabe handelt es sich im Endeffekt um so etwas Ähnliches wie ein zinsloses Darlehen an die Regierung.          

In Europa: Kleckerbeträge

Und wie sieht das in Europa aus? Die Deutsche Bundesbank, die ihre Überschüsse ebenfalls Vater Staat zurückgibt, hat im Jahr 2011 eine vergleichsweise geringe Zahl erwirtschaftet: Mit 643 Millionen Euro schrumpfte der Gewinn gegenüber dem Vorjahr deutlich. 2010 waren es noch rund 2,2 Milliarden gewesen. Grund für den Rückgang des Gewinns sei vor allem die Erhöhung der Risikovorsorge, hatte Bundesbankpräsident Jens Weidmann seinerzeit erklärt.

Die Europäische Zentralbank EZB erzielte 2011 einen Überschuss von 728 Millionen Euro, verglichen mit 171 Millionen Euro 2010.  Die Geschäfte der EZB zielen nicht auf eine Gewinnerzielung ab, sondern finden im Rahmen ihres geldpolitischen Mandats statt. Aufgabe von Mario Draghis Behörde ist es indes, die Preis- und Finanzstabilität der Zone zu wahren. Überschüsse werden wie bei der Deutschen Bundesbank auch Risikovorsorge in die Bilanz eingestellt oder an die nationalen Notenbanken ausgeschüttet, die ihre etwaigen Überschüsse dann ihrerseits an die Regierung überweisen.

Die Fed macht nicht nur einen höheren Gewinn, sie redet auch viel früher darüber. Die aktuellen Zahlen der EZB und der Bundesbank werden in den kommenden Wochen erwartet.        

tagesschau24 Xetra-Schluss-Bericht vom 21.05.2013

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