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Werbe-Dollar fließen

Facebook macht mobil

Hat es Facebook doch geschafft? Das Online-Netzwerk hat jedenfalls bewiesen, dass es auch mit Smartphones und Tablet-Computern Geld verdienen kann. Im Schlussquartal kam jeder vierte Werbe-Dollar durch mobile Geräte herein. Kehrt jetzt der Hype an die Börse zurück?

Nach zwei Verlustquartalen schreibt Facebook wieder schwarze Zahlen

Es sah zwischenzeitlich düster aus für Facebook. Nach der anfänglichen Börseneuphorie war schnell Ernüchterung eingekehrt. Zweifel keimten auf, ob Facebook tatsächlich Geld im mobilen Bereich verdienen könnte. Der Smartphone-Bildschirm war einfach zu klein für herkömmliche Werbebanner. Die Aktie brach unmittelbar nach dem Börsendebüt im Mai vergangenen Jahres ein.

Zurück auf Gewinnkurs

Doch Facebook trat den Gegenbeweis an, steuerte mit neuen Werbeformen gegen. Die Anzeigen werden im Nachrichtenstrom der Nutzer platziert. Zunächst produzierte das nur Kosten, so dass das dritte Quartal mit Verlusten abschloss. Doch im Schlussquartal sprang Facebook zurück in die Gewinnzone. Der Nettogewinn lag bei 64 Millionen Dollar. Vor einem Jahr war es zwar deutlich mehr: 300 Millionen. Doch gegenüber dem Quartalsverlust von 59 Millionen Dollar im Vorquartal ist das ein Riesenschritt.

Es geht voran: Seit dem dritten Quartal fallen signifikante mobile Werbeumsätze an

Der Facebook-Umsatz erhöhte sich im vierten Quartal um 40 Prozent auf 1,59 Milliarden Dollar. "Noch vor zwei Quartalen hatten wir nahezu keinen mobilen Umsatz", sagte Facebook-Finanzchef David Ebersman der Nachrichtenagentur Reuters. "Innerhalb eines ziemlich kurzen Zeitraums haben wir unsere Fähigkeit, im Bereich Mobile Geld zu machen, dramatisch verbessert." Das zeigt auch die Grafik der Quartalsumsätze seit 2010 von Statista.

Gewinnentwicklung seit 2010 in Millionen Dollar

Lukrative mobile Kanäle
Das weltgrößte Online-Netzwerk mit mehr als einer Milliarde Mitglieder nahm im Schlussquartal annähernd jeden vierten Werbe-Dollar auf mobilen Geräten ein. Noch im dritten Quartal war es erst jeder siebte Dollar. Facebook sei "ein mobiles Unternehmen" geworden, sagte Gründer, Hauptaktionär und Firmenchef Mark Zuckerberg anlässlich der Präsentation der Bilanz.

Die Werbeeinnahmen steigerte das Unternehmen im Schlussquartal um 41 Prozent auf 1,33 Milliarden Dollar. Davon entfielen 23 Prozent auf das Geschäft mit mobilen Diensten.

Facebook: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
43.13
Differenz absolut
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+1.43%

Facebook-Aktie über 30 Dollar
Die Facebook-Aktie gab gestern nachbörslich zunächst um bis zu zehn Prozent nach. Einige Anleger hatten auf noch stärkere Zuwachsraten spekuliert. Doch im weiteren Verlauf des nachbörslichen Handels bügelte die Aktie das Minus wieder aus.

Inzwischen nähert sich die Facebook-Aktie, die zeitweise unter 18 Dollar gerutscht war, wieder ihrem Ausgabepreis von 38 Dollar. Sie notiert um die 31 Dollar.

Letztlich konnte Facebook durch das gute letzte Jahresviertel auch im Gesamtjahr noch einen kleinen Gewinn von 32 Millionen Dollar einfahren. Zuckerberg bleibt auch für dieses Jahr optimistisch: "Wir gehen mit Schwung in das Jahr 2013 hinein." Dabei hat er an Schwung verloren. Es strömen nicht mehr so viele Neuzugänge wie früher in das Soziale Netzwerk. Dafür legt aber die Nutzung von Smartphones massiv zu. 680 Millionen Menschen greifen mittlerweile mindestens einmal im Monat zu ihren mobilen Geräten, um mit ihren Freunden Fotos oder Nachrichten auszutauschen.

Stand: 31.01.2013, 08:25 Uhr

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