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IPO am Donnerstag

Evonik geht durch die Hintertür an die Börse

Aller guten Dinge sind vier: Nach drei gescheiterten Anläufen strebt Evonik am Donnerstag aufs Frankfurter Parkett. Es wäre der größte Börsengang des Jahres in Deutschland. Privatanleger gehen jedoch leer aus.

Im Frühling sprießen nicht nur die Blüten, sondern auch die Börsengangs-Pläne. Als erstes Unternehmen wagt nun der Spezialchemie-Konzern Evonik den Schritt an die Börse - im vierten Versuch. Am Donnerstag ist die Erstnotiz geplant. Gelingt das IPO, könnten weitere Börsengänge folgen. Die Eiszeit am IPO-Markt wäre dann erst mal vorbei.

Wie Evonik am Montag mitteilte, soll die Zulassung der Aktien im regulierten Markt in Frankfurt und Luxemburg am 24. April erfolgen. Tags darauf sollen dann erstmals die Papiere auf dem Kurszettel erscheinen.

Privatplatzierung statt öffentliches Angebot

Der größte Börsengang des Jahres ist in Wirklichkeit ein Börsengang durch die Hintertür. Ein öffentliches Angebot gibt es nicht. Über eine Privatplatzierung hat Evonik 12 Prozent der Aktien an Investoren vergeben. Unter anderem der Singapur-Staatsfonds Temasek griff zu.

Weitere zwei Prozent der Anteile gehen an institutionelle Investoren. Das bekräftigten die Evonik-Eigentümer, die RAG-Stiftung und der Finanzinvestor CVC. Damit wären insgesamt rund 14 Prozent an Evonik an der Börse handelbar. Der Spezialchemie-Konzern könnte so mit Einnahmen von rund zwei Milliarden Euro rechnen.

Höhere Bewertung als im Sommer 2012

Laut Finanzkrisen wird Evonik mit gut 15 Milliarden Euro bewertet. Das wären drei Milliarden mehr als noch vor knapp einem Jahr im Sommer. Damals hatte der Konzern den Börsengang verschoben, weil Anleger nicht bereit waren, die Preisvorstellungen der RAG-Stiftung zu erfüllen.

Bisher gab es im streng regulierten Prime Standard der Deutschen Börse erst einen Börsen-Neuling in diesem Jahr. Anfang Januar platzierte LEG Immobilien Aktien im Wert von mehr als 1,1 Milliarden Euro.

Zehn bis 15 IPOs in diesem Jahr?

Weitere IPO-Kandidaten für dieses Jahr sind Kion, Springer Science und die Deutsche Annington. Osram, die Lichtsparte von Siemens, kommt über eine Abspaltung an die Börse. Für jeweils zehn Siemens-Aktien wird eine Osram-Aktie zugeteilt. Wann die Papiere das erste Mal gehandelt werden, ist noch unklar. Auch die RTL-Aktie soll bald an der Frankfurter Börse gehandelt werden. Insgesamt werden für 2013 laut Ernst & Young zehn bis 15 Börsengänge erwartet.

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