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Wochenausblick

Notenbanken und Konjunkturzahlen im Blick

Es bleibt turbulent

Die Sorgen vor einer raschen Straffung der Geldpolitik haben zwar etwas nachgelassen, so dass sich die Märkte in den vergangenen Tagen wieder etwas erholen konnten. Doch die Schwankungen dürften auch zum Auftakt der neuen Woche weitergehen. Dabei stehen erneut die Fed und die EZB im Mittelpunkt. Hinzu kommen US-Konjunkturdaten. Doch es gibt auch etwas zu feiern.

Gleich zwei Geburtstage stehen an in dieser Woche: am Montag wird der Dax 25 Jahre alt. Anlass genug für zahlreiche Rückblicke auf eine bewegte Zeit voller Höhen und Tiefen. Am Donnerstag feiern die USA ihren 237. Weil an diesem Tag auf dem New Yorker Parkett Feiertagsruhe herrscht und schon am Mittwoch nur den halben Tag gehandelt wird, dürfte das Volumen gering bleiben.

Die Kursausschläge könnten es aber in sich haben. Schließlich bleibt den Investoren nur wenig Zeit, um sich für die wohl wichtigste Konjunktur-Nachricht der kommenden Woche in Stellung zu bringen - den am Freitag erwartete Arbeitsmarktbericht.

Vom Zielwert noch weit entfernt

Der wird von den Anlegern besonders aufmerksam verfolgt, weil die Federal Reserve ihr Anleihenkaufprogramm von derzeit 85 Milliarden Dollar pro Monat von der Entwicklung des heimischen Arbeitsmarktes abhängig macht. Bereits am Mittwochnachmittag unserer Zeit präsentiert der private Anbieter ADP seine Jobdaten. Analysten rechnen mit einem leichten Rückgang der Arbeitslosenquote auf 7,5 Prozent - von dem Zielwert der Fed von 6,5 Prozent sind die USA damit noch weit entfernt.

Positive Zahlen vom US-Arbeitsmarkt werden die Anleger aber erneut daraufhinweisen, dass die expansive Geldpolitik demnächst etwas zurückgefahren wird, meint Analystin Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Dies sei allerdings bereits weitestgehend in den aktuellen Kursen berücksichtigt und dürfte den Dax deshalb nicht stark unter Druck setzen.

EZB dürfte Zinsen unverändert lassen

Neben der Fed stehen am Donnerstag auch die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank of England mit Zinsentscheidungen im Blick. Angesichts der zuletzt etwas besserer Wirtschaftsdaten aus der Eurozone gilt eine weitere Absenkung der Leitzins nach Ansicht der meisten Ökonomen als unwahrscheinlich. Angesichts der bereits extrem niedrigen Leitzinsen hätte eine weitere Lockerung ohnehin nur symbolischen Charakter, der Wirtschaft käme sie wohl nicht zugute.

Mit einem erneuten Kurseinbruch in der neuen Woche rechnen die Experten nicht - zumal ranghohe Vertreter der Fed zuletzt die Anleger beruhigt hatten, indem sie wiederholt betonten, dass die Notenbank die Märkte nicht auf "kalten Entzug" setzen werde. Für den deutschen Leitindex Dax dürfte dies bedeuten, dass er mehr oder weniger auf der Stelle tritt oder leicht zulegt, meint Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank.

Dünner Terminkalender

Auch die Analysten der Landesbank Berlin (LBB) sind eher positiv gestimmt: "Die im Juli beginnende Berichtssaison könnte neue Impulse parat halten". Zudem seien Aktien noch nicht zu teuer. Vielmehr biete ein Dax unter 8.000 Punkten mittelfristig orientierten Anlegern Einstiegschancen.

Auf Unternehmensseite ist der Terminkalender dünn. In Frankfurt wird der Börsengang des Immobilienkonzerns Deutsche Annington erwartet. Die Zeichnungsfrist für die Papiere endet am Dienstag, die Erstnotiz ist zum Handelsstart am Mittwoch vorgesehen. Für 18 bis 21 Euro will das Annington-Management die Aktien auf den Markt bringen.

lg

Stand: 30.06.2013, 12:21 Uhr

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