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Energie

Dunkle Wolken über der  Zentrale von Eon Kernkraft GmbH und Eon Kraftwerk GmbH in Hannover

Oh je...

Uniper macht Eon zu schaffen

Stand: 10.08.2016, 10:17 Uhr

Eon hat einen ordentlichen Verlust im ersten Halbjahr eingefahren. Das lag vor allem an der zukünftigen Tochter Uniper. Die Anleger bestrafen die Essener - schließlich gibt es keine ernsthafte Hoffnung auf Besserung.

"In den ersten sechs Monaten 2016 haben sich unsere Geschäfte im Rahmen der Erwartungen entwickelt", so heißt es vonseiten Eons.

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Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Der Verlust liegt im ersten Halbjahr bei 2,93 Milliarden Euro - und hat sich damit mehr als verdoppelt. Das EPS lag bei - 1,55 Euro je Aktie. Im Vorjahr hatte es noch 0,59 Euro betragen.

Die Anleger reagieren verschnupft auf die Ergebnisse. Am Vormittag war die Eon-Aktie mit über fünf Prozent im Minus. Kein Wunder - denn wirkliche Hoffnung auf Besserung gibt es nicht.

Uniper sorgt für Wertberichtigungen

Eon macht als Grund für den hohen Fehlbetrag Wertberichtigungen aus. Unter anderem beim Gas-Geschäft, aber auch für die neue Tochter Uniper. In der soll das konventionelle Energiegeschäft gebündelt werden, während Eon selbst grün und öko wird.

Bisher hatte Uniper allerdings mit einem höheren Betrag in den Büchern von Eon gestanden, als das Unternehmen - vermutlich - wirklich wert ist. Im September wird Uniper dann an die Börse gebracht und von den Anlegern bewertet. Daraufhin könnte der Wert in den Eon-Büchern noch einmal nach unten geschraubt werden.

Im Juni hatten die Aktionäre der Aufspaltung von Eon zugestimmt. Sobald Uniper an die Börse geht, erhalten Eon-Aktionäre automatisch Uniper-Aktien. Hält ein Anleger zehn Eon-Papiere, wird ihm ein Uniper-Papier ins Depot gebucht.

Der Anteil von Uniper, der an die Börse gebracht wird, beträgt 53,35 Prozent. Die restlichen Anteile bleiben bei Eon und werden als assoziiertes Unternehmen weiterhin im Eon-Konzernbericht aufgeführt.

Ein weiterer Grund für den Verlust der Essener war, dass Eon sogenannte Drohverlustrückstellungen für Uniper bilden musste. Diese belaufen sich auf einen Wert von fast einer Milliarde Euro. Unternehmen stellen diese Reserven zurück, wenn sie mit Verlusten aus zukünftigen, schwebenden Geschäften rechnen.

Weniger Strom erzeugt

Der Free Cashflow lag mit 687 Millionen um 78 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Auch der Umsatz der Essener ging im ersten Halbjahr um elf Prozent auf 20,25 Milliarden Euro zurück.

Insgesamt hat Eon im ersten Halbjahr weniger Storm erzeugt. Das habe einmal daran gelegen, dass man Anlagen in Italien und Spanien verkauft habe - sodass hier nicht mehr für Eon produziert wurde. Zudem sind Kraftwerke still gelegt worden.

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Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 6 Monate
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Auch die Umsätze in den verschiedenen Segmenten wurden schmaler: In Großbritannien gab es einen leichten Rückgang bei den Privatkunden durch Witterungsbedingungen. Auch seien die Kunden dort sparsamer in ihrem Energieverbrauch geworden.

Im Bereich Offshore und Wind stiegen Umsatz und Ebit dagegen. Ursachen dafür war die vollständige Inbetriebnahme der Windparks Amrumbank West und Humber Gateway.

Ordentlich investiert

Im ersten Halbjahr 2016 hat Eon in das Geschäftsfeld Energienetze investiert, 23 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Netz muss modernisiert und ausgebaut werden.

Investitionen in einen Windpark in Texas haben 196 Millionen verschlungen. Insgesamt sind die Investitionen im Bereich Offshore allerdings zurück gegangen, da man geringere Ausgaben für Neubauten hatte.

Als Chance für das Jahr 2016 sieht Eon, dass der Konzern vor dem Landgericht Hannover eine Schadensersatzklage gegen die Länder Niedersachsen und Bayern sowie den Bund eingereicht hat.

Eon klagt gegen das Atom-Moratorium, also gegen die Entscheidung, mehrere Kernkraftwerke stillzulegen. Eon verlangt Schadenersatz von 380 Millionen Euro. Die Klage war allerdings im Juli abgewiesen worden. Eon überlegt, Berufung einzulegen.

Prognose bestätigt

"Zum Ende des ersten Halbjahres 2016 hat sich die Risikolage (...) im operativen Geschäft gegenüber dem Jahresende 2015 nicht wesentlich verändert, wenngleich sich die politische und regulatorische Risikolage weiter eingetrübt hat", so der Konzern.

"Unsere Prognosen für das Gesamtjahr 2016 sind nach wie vor durch die angespannten energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen geprägt."

Man bleibt allerdings bei der Prognose fürs Gesamtjahr: Das Ebit soll zwischen 2,7 bis 3,1 Milliarden liegen. Im Vorjahr hatte es noch 3,6 Milliarden Euro betragen.

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