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Versorger

Eon-Zentrale in Düsseldorf

Historischer Verlust

Eon: Leiden in ganz neuen Dimensionen

Stand: 11.11.2015, 09:09 Uhr

Wegen Milliarden-Abschreibungen auf seine Großkraftwerke hat der Energiekonzern im dritten Quartal einen Rekordverlust von 7,3 Milliarden Euro erlitten. Doch wer Eon-Aktionär ist, muss ja ohnehin vor allem eines sein: Leidensfähig!

Hat die Eon-Aktie doch binnen Fünf-Jahres-Frist 57 Prozent an Wert verloren. Mit seinen Zahlen zum dritten Quartal hat Eon nun auch noch die düstersten Presseberichte übertroffen.

Der Versorger hat wegen Milliarden-Abschreibungen auf seine Großkraftwerke im dritten Quartal einen Rekordverlust von fast 7,3 Milliarden Euro geschrieben. Vor einem Jahr stand an dieser Stelle ein Fehlbetrag von 835 Millionen Euro. Die Wertberichtigungen summierten sich auf 8,3 Milliarden Euro.

Kohle- und Gaskraftwerke zehren am Gewinn

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ARD-Börse: Eon mit Rekordverlust - Börsenreaktionen und Einschätzungen

Die Abschreibungen sind vor allem in der traditionellen Stromproduktion angefallen – also bei den Kohle- und Gaskraftwerken.

Der Boom bei Wind- und Solarenergie führt hier zu einem Verdrängungswettbewerb, entsprechend dramatisch fallen die Preise im Stromgroßhandel. Binnen vier Jahren hat sich der Preis für eine Megawattstunde von 60 auf knapp unter 30 Euro halbiert.

Trotz des dicken Verlusts von 6,1 Milliarden Euro nach neun Monaten will der Konzern seinen Aktionären für das laufende Geschäftsjahr weiter 50 Cent pro Anteilsschein als Gewinn ausschütten.

Gegenreaktion auf gestrige Verluste

Die Eon-Aktie kann trotz des desaströsen Quartalsberichts Kursgewinne verbuchen. Dabei dürfte es sich auch um eine technische Gegenreaktion auf die gestern erlittenen Verluste handeln. Am Dienstag war sie wegen Spekulationen über einen Rekordverlust mit einem Minus von 3,0 Prozent der zweitgrößte Dax-Verlierer gewesen.

Seit ihrem Allzeit-Tief bei 7,08 Euro im September hatte die Eon-Aktie mehr als 30 Prozent zulegen können. Diese gesamte Erholungsbewegung steht jetzt auf dem Spiel.

Ein Rutsch unter das markante Oktober-Tief bei 8,85 Euro würde eine neue dynamische Abwärtsrunde einleiten. Anleger müssten sich auf einen Test des Allzeittiefs einstellen.

ag

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