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Rote Ampel vor Eon-Schriftzug

Bahn stellt Vertrag in Frage

Eon: Immer Ärger mit Datteln

Stand: 29.12.2015, 10:27 Uhr

Nach Jahren heftiger Auseinandersetzungen mit Umweltschützern schien das Pannenkraftwerk Datteln am Dortmund-Ems-Kanal endlich auf der Zielgeraden. Doch nun droht dem Betreiber Eon neues Unheil.

Wie das "Handelsblatt" berichtet, hinterfragt die Deutsche Bahn ihren alten Abnahmevertrag. Dabei geht es um 400 Megawatt, ein Drittel der Leistung von Datteln, was dem Betreiber Eon mehrere hundert Millionen Euro einbringen sollte. Nun will der Schienenkonzern den Vertrag nachbessern, drohe sogar mit dessen Auflösung und verhandele parallel mit dem Eon-Konkurrenten Steag.

Tatsächlich haben sich die Strompreise seit der Grundsteinlegung für das Kraftwerk im Jahr 2007 halbiert. Die Bahn bestätigte dem "Handelsblatt", dass sie mit Eon im Gespräch sei. Eon poche dagegen auf Vertragstreue. Aus gutem Grund, gilt doch ein vor acht Jahren geschlossener Vertrag für den Stromkonzern wegen der damals hohen Strompreise als attraktiv.

Eon steht vor der Aufspaltung

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Die Anleger reagieren relativ gelassen auf die Nachricht. Die Eon-Aktie legt in einem starken Gesamtmarkt immerhin leicht zu, hat aber in diesem Jahr mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt und ist damit der schwächste Wert im deutschen Leitindex Dax.

In wenigen Tagen ist dieser Ärger nur noch Geschichte. Zum Jahreswechsel wird die beschlossene Aufspaltung des Energiekonzerns vollzogen. Dann werden die unrentablen Kraftwerke, auch die Anlage in Datteln, an die neue Kraftwerksgesellschaft Uniper übertragen.

Jahrelanges Ärgernis

Seit 2009 ist das Steinkohlekraftwerk Datteln ein einziges Ärgernis. Damals hatte das Oberverwaltungsgericht Münster den Bebauungsplan für ungültig erklärt, obwohl das Kraftwerk bereits zu 90 Prozent fertig gestellt war. Von den geplanten 1,2 Milliarden Euro hatte Eon bereits eine Milliarde ausgegeben. Nun soll endlich der Weiterbau beginnen.

Der Streit mit der Bahn kommt deshalb zur Unzeit. Im Herbst nächsten Jahres soll Uniper an die Börse gehen. Bis dahin wollte der Konzern das Problem mit dem Kraftwerk in Datteln eigentlich gelöst haben.

lg

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