Seitenueberschrift
Aktie unter größten Dax-Gewinnern
Eon: Eckdaten erstaunlich erquicklich
Seit Jahren bietet die Eon-Aktie an der Börse ein Trauerspiel. Doch am Mittwochmittag haucht Deutschlands größter Energiekonzern seinen Anteilen neues Leben ein.
Auf einem Investorentag legte Eon wie erwartet Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Demnach erwartet Eon-Chef Johannes Teyssen auf Basis vorläufiger, noch ungeprüfter Zahlen für das Gesamtjahr 2012 ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 10,8 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Positive Einmaleffekte
"Der Anstieg ist auch auf Einmaleffekte, wie die mit den Produzenten erfolgreich neuverhandelten Gasbezugsverträge sowie den Wegfall der Belastung aus der deutschen Atomgesetznovelle im Berichtszeitraum 2011 zurückzuführen", heißt es in der Pressemitteilung.
Unterm Strich kletterte der nachhaltige Konzernüberschuss von 2,5 auf voraussichtlich rund 4,3 Milliarden Euro. Damit erfüllte Eon sowohl seine eigenen Prognosen als auch die Erwartungen der Analysten.
Verhaltener Ausblick
In das neue Jahr geht Eon mit der gebotenen Vorsicht: Unterm Strich und bei der operativen Entwicklung wird mit zum Teil deutlichen Rückgängen im Vergleich zum gerade abgeschlossen Jahr gerechnet, wie der Konzern am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte.
Das Ebitda soll auf 9,2 bis 9,9 Milliarden Euro sinken, der nachhaltige Konzernüberschuss dürfte auf 2,2 bis 2,6 Milliarden Euro einbrechen. Eon hatte seine alten mittelfristigen Prognosen Mitte November wegen "erheblicher wirtschaftlicher Unsicherheiten" einkassiert.
Aktie zieht an
Doch obwohl sowohl bei den Eckdaten 2012 als auch beim Ausblick 2013 die positive Überraschung ausblieb, ist die Eon-Aktie im Anschluss an der Börse stark gefragt: Bis zu 4,0 Prozent auf 13,86 Euro kann der Titel zulegen und ist damit zeitweise größter Dax-Gewinner. Marktbeobachter führen dies auf eine technische Gegenreaktion auf die jüngsten Verluste zurück. Erst am Dienstag hatte die Eon-Aktie bei 13,21 Euro ein 15-Monats-Tief markiert.
Folglich dürfte das heutige Kursplus für viele Anteilseigner nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, hat die Eon-Aktie doch während der vergangenen fünf Jahre 67 Prozent ihres Werts vernichtet. Seit Sommer 2011 ist die Eon-Aktie nun in einer wenig erquicklichen Seitwärtsbewegung gefangen. Ein neues technisches Kauf- oder Verkaufssignal würde der Titel erst mit einem Anstieg über 20,00 Euro beziehungsweise mit einem Rutsch unter 12,50 Euro senden.
Eon, der Renditekönig
Immerhin wird Eon laut heutiger Pressemitteilung der Hauptversammlung im Mai vorschlagen, eine Dividende in Höhe von 1,10 Euro zu zahlen. Mit einer Dividendenrendite von 8,3 Prozent auf Basis des gestrigen Schlusskurses ist die Eon-Aktie der unangefochtene Renditekönig im Dax.
Anleger, welche die Aktie vorwiegend als Anleiheersatz halten, dürften folglich schon mit einem Anhalten der Seitwärtsbewegung zufrieden sein. Allerdings sollten auch sie die Marke von 12,50 Euro beachten. Bei einem Rutsch darunter droht nämlich eine ausgedehnte Korrektur. In diesem Falle könnten die Aktienkursverluste die Gewinne aus der Dividende rasch übersteigen.