Energie

Starker Gewinneinbruch Eon: Das Elend nimmt kein Ende

Stand: 12.03.2014, 09:00 Uhr

Es sind schwierige Zeiten für den Stromriesen aus Düsseldorf. Wegen der Energiewende ist Strom aus herkömmlichen Energiequellen weniger gefragt. Deshalb hat der Dax-Konzern im abgelaufenen Jahr nur etwa halb so viel verdient wie noch ein Jahr zuvor.

Leuchtender Eon-Schriftzug im Dunkeln und Mondsichel

Eon. | Quelle: picture-alliance/dpa

Der sogenannte "nachhaltige", um Bewertungseffekte bereinigte Konzernüberschuss fiel auf 2,2 Milliarden Euro. Das war ein Minus von 46 Prozent. Für die Analysten keine Überraschung. Schließlich hatte der Strom- und Gasversorger nach seinem kräftigen Gewinneinbruch im November seine Prognose für das Gesamtjahr bereits entsprechend nach unten korrigiert.

Wie erwartet, schrumpfte auch das bereinigte Betriebsergebnis (Ebitda) 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Es fehlten Ergebnisbeiträge aus verkauften Unternehmensteilen. Unter anderem haben sich die Düsseldorfer von dem Regionalversorger Eon Mitte getrennt. Auch die Italien-Tochter soll verkauft werden. Dazu fährt Eon einen harten Sparkurs und baut Stellen ab. 11.000 Arbeitsplätze sollen insgesamt wegfallen.

Wende noch nicht in Sicht

Eon
Eon: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
9,20
Differenz relativ
-2,78%

Die Energiewende macht dem Düsseldorfer Energieriesen genau wie seinem Konkurrenten RWE schwer zu schaffen. Die Erlöse aus herkömmlichen Kraftwerken brechen weg. Mehrere Anlagen, die nicht rentabel sind, hat Eon bereits stillgelegt. Neues Wachstum soll das Geschäft mit Ökostrom bringen. Dafür sollen neue Märkte, etwa Brasilien und die Türkei, erschlossen werden.

Bisher zeigen solche Vorstöße allerdings kaum Wirkung. 2013 fiel der Umsatz um sieben Prozent auf 122,5 Milliarden Euro. Damit lag der Dax-Konzern immerhin noch leicht über den Markterwartungen.

Eon-Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen

Eon-Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen 1408. | Quelle: picture-alliance/dpa

Für schlechte Laune dürfte bei Anlegern insbesondere sorgen, dass die Dividende gekürzt wird. Denn Eon will für das abgelaufene Jahr nur noch 0,60 Euro je Aktie zahlen, nach 1,10 Euro im Jahr zuvor.

So schnell wird Eon-Chef Johannes Teyssen das Ruder auch nicht herumreißen können. Für 2014 erwartet der Konzern weitere Rückgänge beim "nachhaltigen" Konzernüberschuss. Der soll zwischen 1,5 und 1,9 Milliarden Euro betragen.

Immerhin herrscht damit nun erst einmal Klarheit und das wird an der Börse trotz allem honoriert. Die Aktie von Eon gewinnt zu Beginn des Handels rund 1,8 Prozent und ist damit größter Gewinner im Dax.

um

Darstellung: