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Wochenausblick

Mann mit Horror-Clown-Maske

Ölpreis und Fed geben den Takt vor

Endet der "Horror-Januar" versöhnlich?

Stand: 24.01.2016, 09:03 Uhr

Ähnlich volatil wie zuletzt dürfte es auch in der letzten Januar-Woche zugehen. China, der Ölpreis und die Notenbanken halten die Anleger auf Trab. Zwar haben sich die Börsen wieder etwas aufgerappelt, aber eine echte Trendwende ist noch nicht in Sicht.

Von wegen "Januar-Effekt"! Der Januar ist 2016 bisher seinem guten Ruf nicht gerecht geworden und hat sich zum Horror-Monat entwickelt. Seit Jahresbeginn liegt der Dax neun Prozent im Minus. Ähnlich groß sind die Kursverluste im EuroStoxx50 und an der Wall Street. Diesen Rückstand werden die Börsen in der letzten Januar-Woche wohl nicht mehr aufholen können. Dazu bedürfte es eines Wunders.

Dax
Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Immerhin hat sich in den letzten Handelstagen die Börsen-Stimmung etwas aufgehellt. In der abgelaufenen Woche legte der Dax über zwei Prozent zu. Es war die erste Gewinnwoche des Jahres! Alleine am Donnerstag und Freitag gewann der Dax gut 400 Punkte - angetrieben von den steigenden Ölpreisen und den Aussichten auf eine weitere geldpolitische Lockerung in Europa.

Es sieht nach "Bärenmarkt-Rally" aus

Doch die Erholung könnte sich rasch als "Bärenmarkt-Rally" entpuppen. Darunter verstehen Börsianer rasche Kursanstiege in einem übergeordneten Abwärtstrend. Wenngleich die Aktienmärkte zu stark abverkauft erschienen, sei die seit dem Beginn der jüngsten Abwärtsbewegung Ende November verstrichene Zeit zu kurz für die Ausbildung eines tragfähigen Bodens, meinen die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Größere Kurskorrekturen wie die derzeitige dauerten in der Regel zweieinhalb bis drei Monate. Das heißt: Frühestens Mitte Februar könnte es wieder nachhaltig aufwärts gehen.

Optimistischer ist das Bankhaus Metzler. Die Kapitalmarktstrategen halten die Furcht vor einer Konjunkturdelle in China für übertrieben. Sie gehen nicht von einer harten Landung der chinesischen Konjunktur aus. Zudem sollte die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) als Sicherheitsnetz für den Aktienmarkt wirken.

Bange Blicke auf die Fed

In der kommenden Woche steht nicht die EZB, sondern die Fed im Blickpunkt. "Nachdem die Europäische Zentralbank die Tür für weitere Maßnahmen im März aufgestoßen hat, richtet sich der Fokus des Marktes nun auf die Fed", sagt Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Die US-Notenbanker treffen sich am Dienstag und Mittwoch, um über die künftige Geldpolitik zu beraten. Die meisten Experten glauben nicht, dass die Fed erneut an der Zinsschraube drehen wird. Erst Ende März könnte eine Zinserhöhung wieder Thema sein, meinen die Experten. Interessant wird aber sein, wie besorgt sich die Währungshüter über die jüngsten Marktturbulenzen, den Crash in China und den Ölpreisverfall zeigen.

Öl (Brent): Kursverlauf am Börsenplatz Deutsche Bank für den Zeitraum 1 Woche
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Das billige Öl, das viele Anleger als Zeichen für eine angeschlagene Weltwirtschaft sehen, könnte bald noch billiger werden. Sollten sich Medienberichte über eine Rekordförderung im Irak bestätigen, dürfte dies den Preis zusätzlich belasten. Die Aussicht auf ein weiter anschwellendes Überangebot hat das "schwarze Gold" in den vergangenen beiden Wochen um rund 17 Prozent gedrückt.

US-Berichtssaison kommt auf Touren

Die Berichtssaison, die nun an Fahrt aufnimmt, könnte in der kommenden Woche ebenfalls die Börsen bewegen. In den USA legen unter anderen der iPhone-Konzern Apple, der Software-Hersteller Microsoft und der Flugzeugbauer Boeing Zahlen vor.  Aus Deutschland meldet Siemens am Dienstag seine Quartalsbilanz. Der Elektrokonzern dürfte nach Einschätzung von Analysten trotz des Rückenwinds vom schwachen Euro eher schleppend in sein neues Geschäftsjahr gestartet sein. Am Donnerstag gibt die Deutsche Bank ihre Bilanzpressekonferenz. Bank-Chef John Cryan wird erklären müssen, wie er den deutschen Branchenprimus schnell wieder flott macht.

Apple: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Deutsche Bank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Von der Konjunkturseite dürfte der spannendste Termin am Freitag die erste Schätzung zum Wirtschaftswachstum der USA im vierten Quartal sein. Bei den Konjunkturdaten aus Deutschland sticht am Montag der Ifo-Index hervor, der die Investitionslaune der Unternehmen widerspiegelt. Am Freitag stehen die Verbraucherpreise für die Eurozone an.

nb

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