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Airlines

Boeing 747-8 der Lufthansa landet bei Sonnenaufgang in Frankfurt

Spohr hebt Ergebnisprognose an

Ein lukrativer Sommer für die Lufthansa

Stand: 29.10.2015, 15:25 Uhr

Der niedrige Kerosinpreis und ein starkes Sommergeschäft macht das Management mutiger: Lufthansa traut sich beim Ergebnis jetzt mehr zu. Auch die Quartalszahlen fallen besser aus als gedacht. Trotzdem rauscht die Aktie ab.

In den vergangenen vier Wochen legte das Lufthansa-Papier bereits mehr als 20 Prozent zu. Der Aufwärtstrend dürfte heute gebrochen sein. Mit einem Abschlag von mehr neun Prozent liegt die Aktie auf dem letzten Platz im Dax. Nach Ansicht von Börsianern hatte der Kursanstieg der vergangenen Wochen die guten Ergebnisse bereits vorweggenommen. Viele Anleger trennten sich deshalb jetzt von ihren Aktien und machten Kasse.

Lufthansa: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12,14
Differenz absolut
-0,16
Differenz relativ
-1,30%

Dabei hob Vorstandschef Carsten Spohr dank niedriger Treibstoffpreise und eines überraschend guten Sommergeschäfts hob heute die Ergebnisprognose für 2015 an. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) soll nun ohne weitere Streikkosten 1,75 bis 1,95 Milliarden Euro erreichen.

»Wir freuen uns über die gute Geschäftsentwicklung, denn sie macht deutlich, dass wir auf dem richtigen Weg sind und unsere Strategie greift. Die Neuausrichtung der Lufthansa Group materialisiert sich nun auch in guten Ergebnissen. Keine Frage, der niedrige Ölpreis hat diese Entwicklung begünstigt, die Verbesserung geht aber über diesen Effekt hinaus.«

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender

Analystenschätzungen übertroffen

Bisher hatte Spohr lediglich ein Ebit von mindestens 1,5 Milliarden Euro angepeilt und angekündigt, die seit Januar aufgelaufenen Streikbelastungen dabei zu kompensieren. Mögliche weitere Belastungen durch Pilotenstreiks im Rest des Jahres sind in der neuen Prognose noch nicht berücksichtigt.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr

Carsten Spohr. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Im dritten Quartal erzielte die Lufthansa einen Umsatz von 8,9 Milliarden Euro und damit knapp sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das bereinigte Ebit legte um 51 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich kletterte der Überschuss um fast 42 Prozent auf 794 Millionen Euro. Damit verdiente die Lufthansa mehr als von Analysten erwartet.

Kleinere Tankrechnung ist nicht alles  

Auf den Rückenwind niedrigerer Ölpreise könne man laut Spohr nicht dauerhaft bauen. "Wir müssen daher weiterhin intensiv an der Wettbewerbsfähigkeit unserer Kostenstrukturen arbeiten. So haben wir für 2016 bereits Kosteneinsparungen im Volumen von rund einer Milliarde Euro identifiziert", sagte der Lufthansa-Chef.

Aufgrund der in den letzten Monaten erneut gesunkenen Ölpreise kalkuliert das Dax-Unternehmen jetzt für das Gesamtjahr mit Treibstoffkosten von 5,7 Milliarden Euro. Das sind 300 Millionen Euro weniger als noch zur Jahresmitte.

ts

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