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Aktien

Vorsichtiger Ausblick

Ebay warnt vor Gegenwind in Europa

In den letzten vier Jahren hat sich der Kurs von Ebay fast vervierfacht. Am Donnerstag jedoch purzelt die Aktie nach unten. Denn der Online-Händler hat sich nach einem guten zweiten Quartal skeptisch für das zweite Halbjahr gezeigt.

Ebay-Schriftzug vor der Zentrale in San Jose

Ebay-Schriftzug vor der Zentrale in San Jose. | Quelle: picture-alliance/dpa

Vor allem Europa macht Ebay-Chef John Donahoe Sorgen. Die Schnäppchenjagd lasse zunehmend nach, meinte er gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Europäer würden auch beim Online-Shopping sparen. Deshalb warnte Donahoe vor "gesamtwirtschaftlichem Gegenwind in Europa" im zweiten Halbjahr. Auch Südkorea sei eine Herausforderung für den Rest des Jahres.

Aktie rutscht ab

Ebay: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
44.16
Differenz absolut
-0.84
Differenz relativ
-1.87%

Die relativ vagen Aussagen verunsicherten die Anleger. Sie zweifeln nun daran, ob Ebay seine Gesamtjahresprognose schaffen wird. Zumal auch der Ausblick auf das dritte Quartal unter den Erwartungen lag. Ebay rechnet im laufenden Quartal mit einem Gewinn von 61 bis 63 Cent je Aktie. "Das erhöht den Druck auf das vierte Quartal", meinte Analyst Ron Josey von JMP Securities. Die Aktie fiel nachbörslich um gut sechs Prozent. Seit einem Jahr hat der Internet-Titel rund 40 Prozent zugelegt.

Im abgelaufenen Quartal konnte Ebay seinen rasanten Wachstumskurs fortsetzen und den Umsatz erneut zweistellig um 14 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar steigern. Wegen hoher Kosten schrumpfte allerdings der Gewinn um acht Prozent auf 640 Millionen Dollar.

PayPal treibt den Umsatz nach oben

Als Wachstumstreiber erwies sich die Bezahltochter PayPal. Sie wuchs doppelt so schnell wie die Konzernmutter. Das Bezahlvolumen kletterte um fast ein Viertel auf 43 Milliarden Dollar. Ebay verdient an jedem Geschäft, das über PayPal abgewickelt wird - über eine kleine Gebühr. Längst ist der Bezahldienst von PayPal nicht mehr auf Transaktionen von Ebay beschränkt, sondern wird von vielen anderen Anbietern genutzt.

Auf dem Marktplatz von Ebay sind mittlerweile rund 120 Millionen Nutzer unterwegs. Viele kaufen zunehmend Waren über ihr Smartphone oder Tablet ein. Wurden früher hauptsächlich Gebrauchtwaren von Privatkunden angeboten, werden heuer vor allem neue Waren von professionellen Händlern über Ebay verramscht. Für getätigte Geschäfte erhält Ebay eine Gebühr.

Der Online-Händler investiert derzeit massiv in die Überarbeitung seiner Webseite sowie neue Services wie den kostenlosen Versand und einfachere Reklamationen. Außerdem soll das internationale Geschäft ausgebaut werden.

nb

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