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Verhandlungen über neue Eignerstruktur
EADS will selbst mitmischen
Daimler und Lagardère wollen sich von ihren Anteilen an dem Luftfahrtkonzern EADS trennen. Um zu verhindern, dass ein Verkauf die ohnehin gebeutelte Aktie weiter unter Druck setzt, erwägt EADS, die Anteile selbst zu übernehmen - eine heikle Mission.
EADS-Logomontage
Für einen Aktienrückkauf wäre nämlich die Zustimmung der Aktionäre notwendig. Dabei kommt es aber darauf an, dass sich die Anteile der beiden Hauptaktionäre, Deutschland und Frankreich, nicht zugunsten des einen oder anderen Landes verschieben. Zumindest hat Berlin zuletzt wiederholt großen Wert daraufgelegt, von Frankreich nicht übervorteilt zu werden.
Bekannt ist, dass Deutschland über die staatliche KfW-Bankengruppe mit 12 Prozent bei EADS einsteigen will. Frankreich könnte im Gegenzug seinen Anteil von derzeit 15 auf dann 12 Prozent verringern, damit beide Länder einen gleich großen Anteil dem Konzern hätten. Weitere 5,5 Prozent hält die spanische Staatsholding SEPI.
Damit sollen die Anteile, der an EADS beteiligten Staaten, Frankreich, Deutschland und Spanien, auf insgesamt knapp 30 Prozent reduziert werden. "Eine Einigung ist nah", sagte am Montag Frankreichs Präsident Francois Hollande am Rande eines Treffens in Lyon. Das Online-Portal der französischen Wirtschaftszeitung "La Tribune" berichtete, dass spätestens am Dienstagvormittag der Deal in trockenen Tüchern sei.
Aktie könnte unter Druck geraten
Um zu verhindern, dass die nach der geplatzten Fusion mit BAE Systems ohnehin unter Druck geratene Aktie durch den Verkauf der Anteile von Daimler und Lagardère erneut in Turbulenzen gerät, erwägt EADS nun, sich selbst in die Verhandlungen einzubringen.
Dass EADS selbst eigene Aktien kaufen könnte, wie in den Medien spekuliert wird, hat der Konzern am Morgen indirekt bestätigt. "Das Unternehmen beteiligt sich aktiv an diesen Gesprächen", so ein Sprecher. "Die derzeit diskutierten potenziellen Veränderungen bedürfen voraussichtlich der Zustimmung der Aktionäre." Über das Ergebnis der Verhandlungen bestehe jedoch keine Sicherheit.
Nötiges Geld ist vorhanden
Am nötigen Geld mangelt es dem Unternehmen nicht, lagen die liquiden Mittel doch Ende September bei rund acht Milliarden Euro. Unklar ist allerdings, was mit den aufgekauften Aktien von EADS passieren würde. Am heutigen Montag sowie am Dienstag trifft sich die EADS-Führung mit Analysten.
Stand: 03.12.2012, 20:52 Uhr