Seitenueberschrift

Aktien

Testat für chinesische Firma verweigert

Dunkle Wolken über Powerland

Was sich anfangs interessant anhörte, droht zum Desaster zu werden. Luxus made in China, Handtaschen und Accessoires - das Wachstumspotenzial für diese Idee schien verlockend. Heute aber kommt das böse Erwachen.

Powerland Mode 1408. | Quelle: Unternehmen

Denn dem Unternehmen, dessen Aktie seit 2011 im Prime Standard der Frankfurter Börse notiert ist, verweigert die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO AG das Testat für den Jahresabschluss 2012. Die Anleger sind entsetzt: Die Aktie bricht dramatisch ein und verliert gut 50 Prozent an Wert. Damit kostet das Papier nur noch etwas mehr als zwei Euro.

Powerland hält sich bedeckt

Von dem Unternehmen kam bisher wenig Erhellendes. Nach eigener Aussage liegen ihm die Prüfungsberichte des Abschlussprüfers noch nicht vor. Deshalb vertröstet Powerland die Aktionäre mit der lapidaren Aussage, dass man diese Berichte prüfen werde, sobald man sie habe. Später sollen die Ergebnisse dann dem Kapitamarkt kommuniziert werden. "Konkret" wird es eigentlich nur bei einem Punkt: Die Hauptversammlung für 2012 wird auf unbestimmte Zeit verschoben, heißt es in der Adhoc-Meldung der Gesellschaft weiter.

Der Vertrauensverlust ist enorm

Die drastische Reaktion der Anleger ist verständlich, denn für jedes Unternehmen ist die Drohnung der roten Karte vom Wirtschaftsprüfer schlichtweg der Supergau. Denn viel mehr Vertrauensverlust geht eigentlich nicht. Zudem wird damit Spekulationen Tür und Tor geöffnet - steckt das Unternehmen doch womöglich in existentiellen Schwierigkeiten, ist der Schaden also irreparabel?

Klar dürfte sein, dass die ursprüngliche Story der Aktie wohl so schnell nicht mehr funktionieren wird. Powerland wollte Luxusartikel "Made in China" auch im Reich der Mitte vermarkten und die Erlöse aus dem Börsengang zum Ausbau des Filialsystems nutzen.

Über 80 Prozent Verlust

Mit dem heutigen Zusammenbruch der Aktie setzt sich eine verhängnisvolle Tendenz seit dem Börsengang im April 2011 fort. Die zu 15 Euro an den Markt gebrachte Aktie lag nur kurz nach der Emission darüber und erreichte in der Spitze 16,51 Euro. Danach ging es unter Schwankungen immer weiter bergab, immer in drastischen Schüben.

rm

Stand: 02.07.2013, 13:28 Uhr

Darstellung: