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ARD-Börsenstudio: Mischa Ehrhardt

Jetzt geht der Bieterkampf richtig los

Dritter Bieter für Stada

Stand: 17.02.2017, 17:26 Uhr

Noch ein Bieter ist aufgetaucht, der um Stada buhlt. Ein dritter. Er legt - bisher noch unverbindlich - 58 Euro pro Aktie auf den Tisch. Am Nachmittag wurde immer klarer, um wen es sich handelt.

Der sich abzeichnende Bieterkampf um Stada wird härter. Das Unternehmen bestätigte am Donnerstagabend das Vorliegen "einer weiteren rechtlich unverbindlichen Interessenbekundung zur Übernahme". Dieser biete 58 Euro je Aktie für die Übernahme, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Das entspricht 3,6 Milliarden Euro.

Stada nannte den Namen des neuen Interessenten nicht. Am Nachmittag hieß es aus Finanzkreisen, es handele sich um den amerikanischen Finanzinvestor Bain Capital.

Wer sich alles um Stada reißt

Damit sind nun drei Bieter im Rennen, die um Stada buhlen: Die anderen sind der Finanzinvestor Cinven und Branchenkollege Advent. Cinven bietet 56 Euro je Stada-Aktie, was das Unternehmen mit knapp 3,5 Milliarden Euro bewertet.

Wieviel Advent zahlen will, ist offiziell bisher nicht bekannt. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge will dieser das Cinven-Gebot übertreffen. Bis zu 60 Euro je Aktie sind im Gespräch. Dazu suche Advent nach einem Partner, berichtete die Agentur am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Ein möglicher Partner sei der Branchenkollege Permira. In der kommenden Woche werde ein konkretes Angebot von Advent erwartet, der zwar bereits offiziell Interesse bekundet, seine Offerte aber noch nicht beziffert hat, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen.

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Stada-Aktie weiter im Aufwind

Eine endgültige Entscheidung sei aber weder hinsichtlich einer Zusammenarbeit mit einem anderen Investor noch mit Blick auf die Gebotserhöhung gefallen. Keines der genannten Unternehmen wollte sich zu der Angelegenheit äußern. Anleger feiern trotzdem schon mal. Die Stada-Aktie legt weiter zu und kostet am Nachmittag 57,50 Euro.

Neben Cinven, Advent, Bain und gilt auch noch die Beteiligungsfirma CVC und Bain Capital als Interessent für den Hersteller des Erkältungsmittels Grippostad und der Sonnenmilch Ladival. Advent, Bain. Permira und CVC wollten sich nicht dazu äußern.

Wer mit wem im Preispoker?

Mit der 58-Euro-Offerte wird das Taktieren aller Beteiligten schwieriger. Advent hatte Finanzkreisen zufolge zunächst vorsichtiger geplant als Cinven und wollte dessen 56-Euro-Angebot allenfalls leicht übertrumpfen. Nun liegt die Latte zwei Euro je Aktie höher. "Gleich zu Beginn 60 Euro auf den Tisch zu legen, wird sich aber kein Bieter trauen", sagte einer der Insider. Schließlich bekommen die Interessenten erst jetzt Zugang zu internen Daten, die ihnen eine genauere Analyse der Lage von Stada erlauben.

Vielleicht müssen sich auch zwei Bieter verbünden, um Stada zu schlucken, weil sie die Übernahme allein nicht stemmen können. Gerade für Cinven und Permira, in deren jüngsten Fonds jeweils sieben Milliarden Euro liegen, wäre es ein Kraftakt. Gespräche über solche Allianzen liefen bereits, sagten zwei Insider. Advent könnte sich den Kauf aus seinem 13-Milliarden-Fonds dagegen locker alleine leisten. "Bei Advent stehen jetzt alle möglichen potenziellen Partner Schlange", sagte ein Insider.

Kämpfe außen wie innen

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Nicht nur die Interessenten treten gegeneinander an. Auch innerhalb von Stada gibt es Kämpfe. Der Vorstand um Interims-Chef Matthias Wiedenfels gilt als offen für einen Verkauf. Doch pocht der vom Pudding-Erben Carl Ferdinand Oetker geführte Aufsichtsrat bislang auf die Unabhängigkeit von Stada.

Offiziell bekundet man allerdings Einigkeit. Das Unternehmen erklärte am Donnerstag, der Vorstand habe die volle Unterstützung des Kontrollgremiums in den Gesprächen.

Gleichwohl beschloss der Aufsichtsrat die Einrichtung eines "Ad-hoc-Ausschusses" unter Leitung von Oetker, der den Vorstand bei den Gesprächen eng begleiten soll. Es gehe um die "Wahrung des Unternehmensinteresses", begründete Stada den ungewöhnlichen Schritt. Am Freitag tritt Insidern zufolge der Aufsichtsrat zusammen - in kompletter Besetzung.

bs

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