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Immobilien

Unter Schutzschirm geflüchtet

Auf der Kippe: Doch keine Einigung bei IVG

Entgegen anders lautenden Meldungen vom 10. und 12. August haben sich die Gläubiger des angeschlagenen Bonner Immobilienkonzerns doch nicht einigen können. Damit steht der Fortbestand des Unternehmens wieder auf der Kippe.

IVG Airrail-Center am Frankfurter Flughafen

IVG Airrail-Center Frankfurt Gewitter negativ 1408. | Montage: boerse.ARD.de, picture-alliance/dpa

IVG will sich nun unter den Schutz des Insolvenzrechts flüchten, nachdem die Bemühungen ein gemeinsames Sanierungskonzept auf die Beine zu stellen, geplatzt sind.

Die Muttergesellschaft IVG Immobilien AG soll in einem Schutzschirmverfahren saniert werden. Die operativen Tochtergesellschaften seien davon nicht betroffen. Erst vor zehn Tagen hatten sich die beiden wichtigsten Gläubigergruppen grundsätzlich auf einen Vorschlag verständigt, der die mit 4,6 Milliarden Euro verschuldete IVG um mehr als zwei Milliarden entschuldet hätte. Der Konzern hatte sich unter anderem mit Großobjekten wie "The Squaire" am Frankfurter Flughafen übernommen.

Unterschiedliche Interessen

Doch die Interessen ließen sich nicht unter einen Hut bringen. Am Dienstag lief die dreiwöchige Frist ab, innerhalb der sich eine Insolvenz noch hätte abwenden lassen. "Der Weg zu einer Einigung der Gläubiger und zu einer geordneten IVG führt nunmehr über eine alternative Route", erklärte Vorstandschef Wolfgang Schäfers.

Zugleich teilte IVG mit, dass der Vorstand, nach intensiver Diskussion mit dem Aufsichtsrat, zu dem Ergebnis gekommen ist, dass die positive Fortbestehensprognose für die IVG nicht aufrecht erhalten werden könne.

Endstation Insolvenz

Das Schutzschirmverfahren, das vor eineinhalb Jahren in das Insolvenzrecht aufgenommen wurde, ist eine Art Vorstufe zur Insolvenz. Es gibt Unternehmen, die noch nicht zahlungsunfähig sind, denen aber die Pleite droht, drei Monate Zeit, sich ohne Zugriff der Gläubiger zu sanieren. In den meisten Fällen mündet das Schutzschirmverfahren aber in eine normale Insolvenz.

Die IVG-Aktionäre dürften nunmehr leer ausgehen. Ihnen wären nach der gescheiterten Einigung noch 0,5 Prozent der Anteile geblieben, und sie hätten bei einer Kapitalerhöhung mitmachen dürfen.

An der Börse stürzte der Kurs von IVG zunächst um 11,9 Prozent ab auf 0,074 Euro. Nach Wiederaufnahme des Handels stürzt das Papier um 23 Prozent auf bis zu 6,4 Cent ab.

lg

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