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Automobile

Daimler-Vorstand Dieter Zetsche lacht

Rekorddividende bei Daimler

Dieter Zetsche bleibt der Steuermann

Stand: 01.04.2015, 14:50 Uhr

Auf der Hauptversammlung des Daimler-Konzerns herrschte am Mittwoch eitel Sonnenschein. Neben einer Rekorddividende gab es für die Aktionäre auch mehr Klarheit in einer wichtigen Personalie.

Denn Aufsichtsratschef Manfred Bischoff beendete auf dem Aktionärstreffen in Berlin alle Spekulationen. Er erklärte, dass Dieter Zetsche bis Ende des Jahrzehnts an der Spitze des Konzerns stehen wird. Der Aufsichstrat habe die Absicht, den im Dezember 2016 auslaufenden Vertrag von Zetsche um drei Jahre zu verlängern, erklärte Bischoff auf dem Aktionärstreffen.

Prognose bestätigt

Damit hat Zetsche die notwendige Zeit, sein Ziel zu verwirklichen, den Daimler-Konzern wieder zum führenden Premium-Hersteller zu machen. Aktuell liegen die Stuttgarter hinter der VW-Tochter Audi und BMW an dritter Stelle.

Ansonsten bestätigte Zetsche die zuletzt gesetzten Jahresziele für das laufende Jahr. Danach sollen Absatz, Umsatz und das operative Ergebnis deutlich steigen. Beim Ergebnis sollen es mindestens zehn Prozent sein. Damit zeigt sich das Unternehmen nach dem erfolgreichen Geschäftsjahr 2014 weiter zuversichtlich.

Die Rechnung scheint aufzugehen - in den ersten beiden Monaten des neuen Jahres hat die größte Sparte Mercedes-Benz Cars mit einem Absatzplus von 14,5 Prozent im Jahresvergleich das hohe Wachstumstempo gehalten. Insgesamt 263.000 Fahrzeuge wurden ausgeliefert, erklärte Zetsche in seiner Rede.

Rekorddividende sorgt für gute Laune

Zunächst aber steht das vergangene Geschäftsjahr im Blick der Hauptversammlung. Der Dividendenvorschlag des Vorstands sieht vor, 2,45 Euro je Aktie auszuschütten - so viel gab es noch nie. Selbst auf dem aktuell hohen Kursniveau der Aktie von knapp 90 Euro beträgt die Dividendenrendite damit immer noch 2,7 Prozent. Das ist eine Rendite, von der vor allem die Anleger am Rentenmarkt derzeit nur träumen können. Und eine markante Stütze für die Aktie.

Der Stern strahlt wieder...

Entwurfszeichnung eines Daimler Pickup

Daimler Pickup-Entwurf. | Bildquelle: Unternehmen

Die Laune der Aktionäre dürfte also steigen, zumal die aktuelle Nachrichtenlage beim Autobauer kaum Anlass zu nennenswerter Kritik bietet. Fakt ist, dass Daimler derzeit die Früchte seiner Pkw-Modellpolitik erntet, denn aktuell sind eine Reihe neuer Modelle auf dem Markt, vom GLA-Geländewagen bis zur Nobelkarosse Maybach. Aber der Konzern denkt schon weiter, aktuell soll mit Nissan zusammen sogar ein Pick-up-Truck gebaut werden - und damit ein neues Marktsegment erschlossen werden.

Hinzu kommt, dass das Geschäft auf dem chinesischen Markt weiter stark bleibt. Mit einem Absatzanteil von 32 Prozent war der Markt 2014 der wichtigste Wachstumstreiber für die deutschen Autobauer. Das war nicht immer so bei Daimler, hat doch der Konzern den Einstieg in den boomenden Markt im Reich der Mitte anfangs ziemlich verpennt. Trotz aller Jubelstürme zeigt dies, dass im ohnehin sehr zyklischen Autogeschäft Nachlässigkeiten sofort gnadenlos bestraft werden. Zudem, so geben Experten zu bedenken, wächst auch die Abhängigkeit vom chinesischen Markt immer stärker.

... aber es gibt auch Knackpunkte

Selbst die Fondsgesellschaft DWS, sonst ein kritischer Begleiter auf so mancher Aktionärsversammlung der großen Dax-Unternehmen, schickt noch nicht mal einen Vertreter. Ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass die Dinge sich zumindest im Moment in die richtige Richtung bewegen.

Blick über die Motorhaube auf einen Mercedesstern auf die Straße während der Fahrt

Daimler in Fahrt. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Ingo Speich, Portfoliomanager bei Union Investment, meldete sich hingegen zu Wort. Auch Speich, der für seine Gesellschaft die Interessen von vier Millionen Anlegern vertrat, zollte der jüngsten Entwicklung, insbesondere der erfolgreichen Modelloffensive, Respekt. "Der Stern strahlt wieder", erklärte der Fondsmanager.

Gleichzeitig gab Speich aber zu bedenken, dass die Marge trotz des Modellyklus derzeit nur bei acht Prozent und damit unter denen von Audi und BMW liegt. Zumal die beiden Hauptkonkurrenten ebenfalls mit neuen Modelloffensiven kommen werden. Er kritisierte auch, dass Daimler zukunftsweisenden Entwicklungen hinterherhinken würde. BMW beispielsweise sei Trendsetter bei den SUVs und bei den Elektroautos, Daimler setze hingen auf die veraltete Hybrid-Technik.

Sorgen hat Speich auch, dass der Konzern zukünftig zum reinen Hardware-Lieferanten wird, ansonsten aber Google oder Apple in einer immer vernetzteren Welt die Software entwickeln und damit den Ton angeben. "Daimler darf sich vom Silicon Valley nicht die Butter vom Brot nehmen lassen", erklärte der Investor in Richtung des Firmenchefs. Kritik gab es auch am Engagement in der Formel 1, wo trotz des Weltmeistertitels das Zuschauerinteresse so gering ist, dass auch der Große Preis von Deutschland ersatzlos gestrichen werden kann. Er verwies auf den Ausstieg von BMW. Ansonsten stimmt Speich im Sinne der Verwaltrung, lediglich ein Aktienrückkaufprogramm lehnt er ab.

Daimlers Aktionärssstruktur

Daimlers Aktien befinden sich größtenteils im Streubesitz, der bei 79,15 Prozent liegt. Größter Einzelaktionär ist das Emirat Kuwait mit seiner Investmentgesellschaft, die 6,8 Prozent hält. Zudem gibt es eine ganze Reihe institutioneller Investoren, unter anderem hält der US-Investor Blackrock 4,98 Prozent. Andere große Autobauer wie BMW und VW haben zentrale Ankeraktionäre. Bei BMW die Familie Quandt und bei VW der Familienclan Porsche/Piech sowie das Land Niedersachsen.

Die Börse zieht jetzt auch mit

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
53,68
Differenz absolut
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Differenz relativ
+0,58%

Beim Blick auf den Chart scheint es fast so, als wollten die Anleger nachholen, was sie in den Jahren 2011 und 2012 verpasst haben. Denn während bei der Konkurrenz der Aufwärtstrend schon deutlich ausgeprägter war, kam die Daimler-Aktie im Vergleich nicht so recht auf die Beine.

Erst ab der ersten Jahreshälfte 2013 hat auch das Daimler-Papier das Tempo der Branche erreicht - bis hin zum fast schon schwindelerregenden Fahnenstangenchart in diesem Jahr. So hoch wie aktuell stand der Kurs nicht mehr seit 1999. Das historische Hoch aus dem Jahr 1998 liegt bei 102,25 Euro - bevor die geplatzte Tech-Blase den gesamten Aktienmarkt in Sippenhaft nahm und für heftige Korrekturen sorgte. Aber auch dafür scheint aktuell nicht die Zeit zu sein, so steil der Chart derzeit auch in die Höhe schießt.

rm

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Daimlers neue Sterne am Autohimmel

Prunk, PS oder Pragmatismus

Mercedes-Maybach

Maybach S 600

In der Oberklasse bietet Daimler eine Neuauflage des Mercedes Maybach. Die Luxuslimousine mit einer beeindruckenden Länge von 5,45 Metern beschleunigt innerhalb von fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h. Kein Wunder, schließlich verfügt das neue Mercedes-Flaggschiff über zwölf Zylinder, sechs Liter Hubraum und 530 PS. Auf Wunsch sind hier natürlich auch viele Extras möglich, beispielsweise handgearbeitete Champagnerkelche aus Silber. Dafür kostet der Mercedes Maybach S 600 schlappe 182.842 Euro.

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