Seitenueberschrift

Manager an der Startlinie

Aufbruchsstimmung: Auf ins neue IPO-Jahr!

Diese Kandidaten stehen in den Startlöchern

Stand: 01.02.2016, 17:27 Uhr

Die Töchter von Eon und RWE, Delivery Hero und Trelleborg-Vibracoustic: Die Liste der Börsenkandidaten für das Jahr 2016 ist lang. Den Anfang will die Brain AG, ein Biotechnologieunternehmen aus Hessen, machen.

Am 9. Februar steht der Börsengang von Brain an. Damit wagt zum ersten Mal seit gut neun Jahren eine Biotech-Firma den Sprung an die Frankfurter Börse, nachdem die Unternehmen jahrelang Börsenplätze im Ausland gewählt hatten.

Doch Deutschland macht sich mittlerweile als IPO-Standort, begünstigt durch die lockere Geldpolitik und den Anlagenotstand weltweit. "Bis zu 15 Börsengänge scheinen realistisch", sagt Martin Steinbach von der Unternehmensberatung Ernst & Young gegenüber boerse.ARD.de. So viele Unternehmen wagten bereits 2015 die Erstnotierung im Prime Standard, obwohl die starken Marktschwankungen viele Börsengänge erschwerten. Sie kamen auf einen Gesamterlös von 7,1 Milliarden Euro.

Töchter unter die Haube

Zu den Börsenneulingen in diesem Jahr dürften Abspaltungen von Großkonzernen zählen. Beispielsweise planen die Energieriesen Eon und RWE, ihr Töchter an die Börse zu bringen. Auch die Deutsche Bank könnte die Postbank auf diese Weise unter die Haube bringen, wenn sich nicht in letzter Sekunde noch ein Käufer findet.

Außerdem könnten Kandidaten dazu kommen, die ihre Börsenpläne 2015 auf Eis gelegt hatten. HelloFresh und Xella könnten einen neuen Anlauf wagen. Und auch in den USA gelten große Unternehmen wie SpaceX oder Airbnb als heiße Kandidaten für die Wall Street.

"Jetzt ist der Markt wieder geheilt"

Schwankungen am Aktienmarkt sind für solche Börsengänge natürlich Gift. Und generell habe die Volatilität zugenommen, stellt EY-Experte Steinbach gegenüber boerse.ARD.de fest. Auch die Krisen in China und in Europa könnten jederzeit wieder aufflackern.

Aber Klaus Fröhlich, als Leiter des Kapitalmarktgeschäfts bei Morgan Stanley für Deutschland und Europa zuständig, sieht schon Verbesserungen. Im Interview mit der "Wirtschaftswoche" betonte er: Es habe Jahre gegeben, etwa nach der Finanzkrise, da seien Börsengänge überhaupt nicht möglich gewesen: "Jetzt aber ist der Markt wieder geheilt."

Ob das auch neue Börsengiganten wie im vergangenen Jahr die Bayer-Kunststofftochter Covestro anlocken könnte, ist für die Experten noch unklar. Aber denkbar wäre es, dass das IPO-Jahr noch einige Knaller bereit hält.

um

1/27

Auf diese IPOs dürfen wir uns freuen

Philips, Didi, Eon- und RWE-Töchter, Postbank, SpaceX

Offshore-Windkraftanlage vor Sonnenuntergang

Dong Energy

Das verspricht der größte Börsengang Europas in diesem Jahr werden: der des dänischen Energieversorgers Dong Energy. Der weltgrößte Betreiber von Offshore-Windparks war vor zehn Jahren aus der Fusion staatlicher Öl- und Gasversorger sowie fünf regionaler Anbieter hervorgegangen. Dong hat weltweit mehr als ein Viertel aller küstennaher Windparks gebaut und ist auch in Deutschland und Großbritannien eine feste Größe in diesem Geschäft. Das Unternehmen versucht nun auch in den USA Fuß zu fassen. Der Börsenstart in Kopenhagen ist für den 9. Juni geplant. Die Aktien werden in einer Preisspanne von 200 bis 255 dänischen Kronen pro Aktie angeboten, womit sich ein Marktwert von bis zu 14,35 Milliarden Euro ergibt.

Darstellung: