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Endgültige Zahlen vorgelegt

Die zahlreichen Baustellen der Commerzbank

Wie bereits bekannt hat Deutschlands zweitgrößte Bank im vergangenen Jahr einen drastischen Gewinneinbruch hinnehmen müssen und will deshalb bis zu 6.000 Stellen streichen. Baustellen gibt es in dem Konzern tatsächlich viele.

Commerzbankschriftzug vor der Commerzbank-Zentrale in Frankfurt (Quelle: pa/dpa)

So ist im Privatkundengeschäft das operative Ergebnis um rund die Hälfte auf 245 Millionen Euro eingebrochen. Noch dramatischer ist die Lage im Investmentbanking. Dort ist das Ergebnis im letzten Jahr auf 197 Millionen Euro gesunken, nach 583 Millionen im Vorjahr.

Ursächlich für den Rückgang war die gestiegene Bewertung der eigenen Schulden ("Own Credit Spread“ – OCS) in Höhe von 315 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr durch die Schwäche der Finanzmärkte noch ein positiver Effekt von 288 Millionen Euro angefallen. Dadurch ist im vierten Quartal sogar ein leichter Verlust von 69 Millionen angefallen.

Hier wird die Commerzbank von der Finanz- und Schuldenkrise eingeholt, verbirgt sich doch hinter dem Begriff OCS die Risikoprämie für riskante Anleihen. Um welche Papiere es dabei genau geht, sagt die Bank zunächst nicht.

Belastungen aus Osteuropa

Belastet werden die Zahlen auch vom Mittel- und Osteuropageschäft, dessen operatives Ergebnis auf 240 Millionen Euro eingebrochen ist, nach 427 Millionen Euro ein Jahr zuvor. 2011 hatte der Verkauf der Beteiligung an der polnischen Promsvyazbank (PSB) 154 Millionen Euro in die Kassen gespült.

Abbau von Altlasten dauert noch

Commerzbank: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Hauptbaustelle der Commerzbank bleibt der Abbau von Altlasten. 2012 schrumpfte das Portfolio der internen "Bad Bank" um 17 Prozent auf 151 Milliarden Euro, wie Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus am Freitag mitteilte. Dabei fokussierte sich die Commerzbank vor allem auf die gewerbliche Immobilien- und Staatsfinanzierung.

Der Weg ist aber noch lang, denn bis 2016 soll das Portfolio dieser Abbaueinheit NCA auf gut 90 Milliarden Euro abschmelzen - vorzugsweise wertschonend über Fälligkeiten, in Einzelfällen werden nach früheren Angaben durch den Verkauf von Papieren aber auch Verluste in Kauf genommen. In der Bad Bank lagert der Immobilien- und Staatsfinanzierer Eurohypo, inzwischen umbenannt in Hypothekenbank Frankfurt, und einer der größten Problemfälle des des Konzerns.

Sorgenkind Schiffsfinanzierung

Martin Blessing, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank (Quelle: dpa)

Jetzt ist aber nicht mehr die Staatsfinanzierung das größte Sorgenkind, sondern die Schiffsfinanzierung. Die trübe Lage in der Branche ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Risikovorsorge in der Bad Bank auf fast 1,4 Milliarden Euro anschwoll (2011: 903 Millionen Euro).

Es ist also nur folgerichtig, dass die Boni der Mitarbeiter weiter zurückgehen. Sie sind 2012 um 17,2 Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahr auf rund 317 Millionen Euro. In der Investmentbank verringert sich das Volumen der variablen Vergütung um rund 20 Prozent. Auch Bank-Chef Martin Blessing verzichtet auf seinen Bonus.

Gewinnbringer Mittelstandsbank

Dass es der Bank nicht noch schlechter geht, verdankt sie ihrem Geschäft mit der deutschen Industrie. Die so genannte Mittelstandsbank ist auch 2012 der größte Gewinnbringer der Commerzbank geblieben. Sie konnte ihr operatives Ergebnis sogar noch etwas steigern auf 1,65 Milliarden Euro, nach 1,58 Milliarden zuvor.

Dennoch geht die Bank derzeit davon aus, dass bis zum Jahr 2016 konzernweit 4.000 bis 6.000 Vollzeitstellen wegfallen sollen. Hierfür wird im ersten Quartal 2013 ein Restrukturierungsaufwand in der Größenordnung von rund 500 Millionen Euro erwartet, was die Bilanz auch in diesem Jahr belasten wird.

Blessing vertröstet auf 2016

Das laufende Jahr wird deshalb nicht einfach. Blessing sprach von einem Jahr des Umbaus. Und dieser Umbau werde Kraft, Geld und Zeit kosten. Das Privatkundengeschäft wird neu aufgestellt. Im ersten Halbjahr soll das Onlinebanking ausgebaut werden, für das zweite Halbjahr sind erste Spezialistenfilialen geplant. Blessing betonte: "Unser Ziel ist das Jahr 2016. Wir wollen keine Schnellschüsse, wir wollen die Bank wieder nachhaltig erfolgreich machen. Und das wird uns auch gelingen."

Stand: 15.02.2013, 11:12 Uhr

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